Irak Inspektoren befragen Militärs - zum großen Ärger von Saddam

Neuer Streit zwischen Saddam Hussein und den Uno-Waffeninspektoren: Nachdem die Kontrolleure bei ihrer Suche nach Massenvernichtungswaffen auch Militärs befragt haben, will sich der irakische Diktator jetzt bei den Vereinten Nationen beschweren.

Bagdad/Kairo - Nach den Spionagevorwürfen der vergangenen Tage kündigte das Saddam-Regime heute die Beschwerde bei der Waffenkontrollkommission der Vereinten Nationen (Unmovic) an. "Die Kontrolleure haben bei ihrem Besuch auf einem Militärstützpunkt ungerechtfertigte Fragen gestellt, die nichts mit ihrer Kontrollaufgabe zu tun hatten", sagte Präsidentenberater Amir al-Saidi bei einem Treffen mit einer südafrikanischen Friedensdelegation in Bagdad. "Dies ist inakzeptabel."

Die irakische Regierung werde Unmovic auffordern, ein derartiges Vorgehen in Zukunft zu unterbinden. Gerade in einer Zeit, in der die USA dem Irak mit einem Krieg drohten, sei eine unerlaubte Befragung von Militärs eine "sehr gefährliche Angelegenheit", sagte al-Saidi. Ausländische Beobachter in der Region glauben, dass die Führung in Bagdad inzwischen fest mit einem US-Angriff rechnet und deshalb nicht zulassen will, dass die Kontrolleure Informationen sammeln, die für die Angreifer von Nutzen sein könnten.

Die Inspektoren, die auf die irakischen Anschuldigungen der vergangenen Tage nicht öffentlich reagierten, setzten ihre Kontrollen unterdessen in mindestens sieben Anlagen fort. Eine ursprünglich geplante Inspektion per Hubschrauber musste nach Angaben von Augenzeugen wegen schlechten Wetters abgesagt werden. Atomwaffenexperten inspizierten erstmals die al-Kadissia-Fabrik für elektrische Geräte in Bakuba, 60 Kilometer östlich von Bagdad. Bei den anderen Anlagen handelte es sich um Einrichtungen, die von den Experten bereits zuvor besucht worden waren.

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