Irak Internationale Beobachter sollen Wahlergebnisse prüfen

Die irakische Wahlkommission hat heute internationale Organisationen aufgefordert, die Ergebnisse der Parlamentswahl vom 15. Dezember zu überprüfen. Bislang sind rund 1500 Beschwerden gegen die Wahl eingegangen.


Bagdad - Internationale Beobachter und irakische Politiker könnten "auswerten, was während der Wahl geschehen ist", sagte der Kommissions-Vertreter Safwat Raschid. "Wir haben nichts zu verbergen."

Die Internationale Mission für die irakischen Wahlen (IMIE) kündigte die Entsendung eines vierköpfigen Beobachterteams an. US-Botschafter Zalmay Khalilzad begrüßte die Entscheidung der Wahlkommission. Es sei wichtig, dass die Iraker Vertrauen gegenüber dem Wahlergebnis haben könnten und sowohl die Wahl als auch die Stimmenauszählung frei und fair abgelaufen seien, sagte Khalilzad.

Die neue irakische Regierung müsse in einem Prozess äußerster Transparenz eingerichtet werden. Sunniten und säkulare Schiiten haben wiederholt von Betrug bei der Parlamentswahl gesprochen, bislang sind rund 1500 Beschwerden eingegangen. Endgültige Ergebnisse werden für Anfang Januar erwartet.

14 Tote bei Überfall auf Minibus

Die Gewalt im Land hält unterdessen an und fordert weitere Todesopfer. Bei einem Überfall auf einen Minibus erschossen unbekannte Angreifer 14 Reisende. Die Insassen des Fahrzeugs seien mit Schüssen aus Maschinengewehren getötet worden, teite das Innenministerium mit. Bei den Opfern handelt es sich demnach um Schiiten, die seit dem Morgen vermisst wurden. Der Überfall habe sich in der Stadt Latifija etwa 40 Kilometer südlich von Bagdad ereignet. Die Region ist immer wieder Schauplatz von Gewalt gegen Schiiten.

In Bagdad starb am Donnerstag ein US-Soldat durch eine Bombenexplosion. Der Sprengsatz detonierte nach Angaben der US-Armee, als der Soldat zu einer Patrouillenfahrt im Osten der Stadt unterwegs war. In der irakischen Hauptstadt wurden zudem vier Polizisten getötet und fünf weitere verletzt, als sich ein Selbstmordattentäter vor dem Eingang des Innenministeriums in die Luft sprengte.



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