Dschihadisten im Irak Human Rights Watch wirft ISIS Kriegsverbrechen vor

Die ISIS-Dschihadisten im Irak gehen rücksichtslos gegen ihre Gegner vor. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat Belege für Massenmorde an gefangenen Regierungssoldaten gesammelt. Die Zahl der Toten geht in die Hunderte.

Dschihadisten mit gefangenen Soldaten: "ISIS verübt Massenmord"
AP/ militant website

Dschihadisten mit gefangenen Soldaten: "ISIS verübt Massenmord"


Bagdad - Die Hinweise auf Massenexekutionen von irakischen Soldaten durch Kämpfer der Dschihadisten-Gruppe ISIS verdichten sich. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat Fotos und Satellitenbilder analysiert. Die Aufnahmen liefern deutliche Anzeichen dafür, dass ISIS-Kämpfer zwischen dem 11. und 14. Juni in Tikrit zwischen 160 und 190 Männer ermordet haben.

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Heft 26/2014
ISIS-Kommandeur Abu Bakr al-Baghdadi

"Die Fotos und Satellitenbilder aus Tikrit liefern starke Beweise für ein furchtbares Kriegsverbrechen, das untersucht werden muss", sagte der HRW-Krisendirektor Peter Bouckaert. ISIS hatte selbst angegeben, nach der Einnahme der Heimatstadt von Ex-Diktator Saddam Hussein 1700 schiitische Soldaten getötet zu haben.

Auch HRW warnte, dass die Zahl der Opfer womöglich viel höher sei. Die Organisation betonte, dass in einem bewaffneten Konflikt die Ermordung jedes Soldaten, der sich ergeben hat oder gefangen genommen wurde, ein Kriegsverbrechen darstelle. "ISIS verübt Massenmord und macht damit auch noch Werbung", kritisierte HRW-Direktor Bouckaert.

Bei der Untersuchung von Satellitenbildern entdeckte HRW nach eigenen Angaben zwei Massengräber in direkter Nähe zu Saddam Husseins früherem Wasserpalast. Ein drittes Massengrab konnte demnach nicht lokalisiert werden.

ISIS hat in den vergangenen Wochen große Teile des Nordirak unter seine Kontrolle gebracht. Die Regierung in Bagdad hat selbst eingeräumt, dass dabei Hunderte Soldaten getötet worden seien. Hunderttausende Menschen sind vor den islamistischen Extremisten auf der Flucht.

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syd/AFP/dpa

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Seite 1
broca 27.06.2014
1. Propädeutik
Eigentlich eine banale Frage, aber ich stelle sie mir immer wieder: wie kann es Kriegsverbrechen geben, wenn bereits jeder Krieg ein Verbrechen ist?
ff_m 27.06.2014
2. Liebe Human Rights Watch
wie sieht es damit in der Ukraine? Warum werden viele Hinweise auf Massenexekutionen von ukrainischen Soldaten komplett ignoriert?
Andrea.M 27.06.2014
3.
Zitat von sysopAP/ militant websiteDie ISIS-Dschihadisten im Irak gehen rücksichtslos gegen ihre Gegner vor. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat Belege für Massenmorde an gefangenen Regierungssoldaten gesammelt. Die Zahl der Toten geht in die Hunderte. http://www.spiegel.de/politik/ausland/irak-isis-begeht-massaker-an-soldaten-in-tikrit-sagt-hrw-a-977842.html
Nicht im Islam. Das hat schon der vorbildlichste aller Menschen Mohammed gemacht. Zitat "Schließlich mußten sich die Quraiza ergeben, und der Prophet ließ sie im Gehöft ...... einsperren. ........ ......... wurden die Quraiza geholt und Gruppe um Gruppe in den Gräben enthauptet. http://de.wikipedia.org/wiki/Banu_Quraiza Was glauben die warum sich der Islam so rasch so weit ausbreitete? Durch Bonsche verteilen?! (augenroll) Terror nützt nichts wenn es nicht bekannt wird! Das ist nicht der NSU.
cxcx386 27.06.2014
4.
Leeres Getöse. Das Isis Skrupellos ist wusste auch so schon jeder, und sollen sie doch mal paar Vertreter hinschicken um das zu untersuchen. Die werden aber wahrscheinlich niemals Bericht ablegen können.
Toll-s-toy 27.06.2014
5. "Human Rights Watch"
Zitat von sysopAP/ militant websiteDie ISIS-Dschihadisten im Irak gehen rücksichtslos gegen ihre Gegner vor. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat Belege für Massenmorde an gefangenen Regierungssoldaten gesammelt. Die Zahl der Toten geht in die Hunderte. http://www.spiegel.de/politik/ausland/irak-isis-begeht-massaker-an-soldaten-in-tikrit-sagt-hrw-a-977842.html
Es wäre langsam Zeit, dass eine Organisation wie diese, endlich AUCH die Waffenindustrie an den Pranger stelle.
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