Irak "Islamischer Staat" erobert zwei Städte

Die Extremisten des "Islamischen Staats" haben im Nordirak zwei weitere Städte und ein Ölfeld eingenommen. Sie hätten kurdische Kämpfer geschlagen, Bewohner seien in Panik geflüchtet, berichten Zeugen.
IS-Kämpfer in Mossul (Archivbild): Weitere Städte eingenommen

IS-Kämpfer in Mossul (Archivbild): Weitere Städte eingenommen

Foto: STR/ AP/dpa

Mossul - Die sunnitische Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) hat laut Berichten von Zeugen die nordirakische Städte Sindschar und Samar eingenommen, die bislang von kurdischen Kämpfern kontrolliert wurden. In den Orten nördlich der Millionenstadt Mossul sei Panik ausgebrochen, berichteten Bewohner. Viele seien auf der Flucht in die benachbarten kurdischen Autonomiegebiete.

Auch das Ölfeld Salah und eine benachbarte Raffinerie seien den Rebellen in die Hände gefallen. Zuvor hatten sie bereits vier andere Ölfelder erobert. Mit dem Öl finanzieren sie ihre Aktionen.

Auf ihrer Internetseite erklärte die radikalislamische Organisation "Islamischer Staat", sie habe zahlreiche kurdische Kämpfer getötet und neben den Städten auch zwölf Dörfer erobert.

In Samar hissten die Extremisten auf Gebäuden die schwarze Flagge des "Islamischen Staats". In anderen eroberten Städten folgten Massenhinrichtungen und die Durchsetzung radikalislamischer Vorschriften.

Die Extremisten des "Islamischen Staats", ehemals ISIS, hatten Anfang Juni Mossul rund 400 Kilometer nördlich von Bagdad eingenommen. Sie beherrschen mittlerweile weite Gebiete im Norden und Westen des Landes. In den Regionen unter ihrer Kontrolle gehen sie mit rücksichtsloser Gewalt gegen Andersgläubige vor. Fast sämtliche Christen sind wegen der Verfolgung aus Mossul geflohen.

Die Miliz hatte im Juni große Teile des Nordirak unter ihre Kontrolle gebracht und dort ein Kalifat ausgerufen. Zuvor hatten die Islamisten den Bürgerkrieg in Syrien ausgenutzt, um dort in einigen Gebieten ihre radikalislamische Herrschaft zu errichten. Im Irak finden sie teilweise bei den Sunniten Unterstützung, die sich von der Mehrheit der Schiiten im Land unterdrückt fühlen. Die Schiiten dominieren die Regierung in Bagdad.

fab/dpa/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.