Irak Islamisten bekennen sich zu Entführung von Alawi-Verwandten

Trittbrettfahrer oder ernsthafte Bedrohung? Eine islamistische Gruppe hat sich dazu bekannt, drei Familienmitglieder des irakischen Ministerpräsidenten Ijad Alawi gekidnappt zu haben. Sie verlangen, die Offensive gegen Falludscha einzustellen, sonst würden die Geiseln getötet.

Bagdad - Auf einer Webseite der Islamisten Ansar al-Dschihad heißt es laut Reuters, die Gefangenen würden enthauptet, wenn die Forderungen, zu der auch die Freilassung irakischer Gefangener gehört, nicht binnen 48 Stunden erfüllt würden.

Zuvor hatten bewaffnete Männer Regierungsangaben zufolge einen Cousin Alawis, dessen Frau und ein weiteres Mitglied der Familie aus ihrem Haus in Bagdad verschleppt. Die Entführung geschah bereits am Dienstagmorgen, teilte Georges Sada, Sprecher der irakischen Übergangsregierung am Mittwoch mit.

Einzelheiten nannte er nicht, aus Polizeikreisen hieß es aber laut Reuters, es habe einen kurzen Schusswechsel an dem Wohnort im Südwesten Bagdads gegeben, bevor die drei entführt wurden.

Sada hatte zunächst erklärt, die Entführer hätten keine Forderungen gestellt.

In den vergangenen Monaten waren immer wieder Iraker entführt worden. Meist wollten die kriminellen Banden nur Lösegelder erpressen. Terrorgruppen, darunter vorrangig die des Jordaniers Abu Mussab al-Sarkawi, hatten etliche Ausländer gekidnappt. Einige von ihnen wurden vor laufender Kamera enthauptet oder erschossen, nachdem die Forderungen der Terroristen nicht erfüllt worden waren.

Anschlag auf US-Waffeninspekteur

Der US-Waffeninspekteur Charles Duelfer ist im Irak nur knapp einem Selbstmordanschlag entgangen. Wie die Fernsehsender CBS und NBC am Dienstag berichteten, wurden bei dem Angriff zwei von Duelfers Leibwächtern getötet. Laut CBS fuhr der Waffeninspekteur am Montag in einem Konvoi zum Bagdader Flughafen, als ein Selbstmordattentäter versuchte, seinen Wagen zu rammen. Der Täter habe jedoch von Begleitfahrzeugen abgedrängt werden können.

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