Nach Parlamentsvotum Britische Kampfjets fliegen Einsätze über dem Irak

Großbritannien hat mit Kampfeinsätzen gegen die islamistische Terrormiliz IS begonnen. Einen Tag nach dem Beschluss des Parlaments fliegen die ersten Jets über den Irak - bereit zum Angriff.


Akrotiri - Der Beschluss war keine 24 Stunden alt, da machten sich die ersten britischen Kampfflieger daran, ihn umzusetzen. Zwei Militärflugzeuge vom Typ Tornado starteten vom britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri auf Zypern. Wenige Minuten später folgte ein Tankflugzeug des Typs Voyager.

Die Kampfjets seien zum Angriff bereit, sollten Ziele identifiziert werden, erklärte das Verteidigungsministerium in London. Erst am Freitag hatte das britische Parlament mit großer Mehrheit den Weg dafür freigemacht. Mit Luftschlägen soll die Miliz "Islamischer Staat" (IS) im Irak bekämpft werden. In Syrien, wo der IS ebenfalls ein großes Gebiet beherrscht, sollen die britischen Flugzeuge zunächst nicht aktiv werden.

Seit August fliegen sechs Tornados, die normalerweise im britischen Marham stationiert sind, von Zypern aus Einsätze. In den vergangenen sechs Wochen starteten sie wiederholt zu Aufklärungsflügen über dem Irak, nun sollen sie sich auch an Kampfeinsätzen beteiligen.

Damit sind die Briten Teil einer großen Koalition westlicher und arabischer Staaten, die unter der Führung der USA Angriffe gegen den IS im Irak fliegt. Auch Frankreich ist dabei. Dänemark, Belgien und die Niederlande haben militärische Unterstützung angekündigt.

Die US-Luftwaffe bombardiert seit Dienstag zudem Stellungen des IS in Syrien. Auch in der Nacht zum Samstag gab es wieder Angriffe. Die Kampfjets seien nahezu ununterbrochen im Einsatz, sagte ein ranghoher Vertreter des US-Verteidigungsministeriums in Washington.

Allein aus der Luft dürfte die Terrormiliz allerdings nicht zu bezwingen sein. Laut US-Generalstabschef Martin Dempsey sind dazu am Boden bis zu 15.000 Mann nötig.

stk/Reuters/dpa/AFP

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reever_de 27.09.2014
1. Sehr schön ...
Die RAF hat anscheinend Jets, die auch fliegen und nicht nur am Boden hocken ... nicht wie unsere glorreiche "Bundes-Luftwaffe". Ich frage mich, wofür die Bundeswehr jährlich einen Milliardenetat bekommt und wofür sie ihn verbrennt. Mal natürlich Plech- und Pleiteprojekte wie Hubschrauber "Tiger"; Lufttransporter "A400", das Drohnendesaster "GlobalHawk" und ähnliche Hightech-Späße mal ausgenommen ...
spon-facebook-1629421895 27.09.2014
2.
Und Deutschland natürlich nicht. Was beim Irakkrieg richtig war, ist heute falsch. Auch wenn Deutschland, meiner Einschätzung nach, nicht mal in der Lage wäre, sich zu beteiligen. Weder für den Eurofighter noch für den Tornado gibt eine brauchbare Luft-Boden-Bewaffnung im Sinne von AGMs (i.E. Hellfires oder Brimstones). Vorhandene Freifallbomben eignen sich kaum für präzise Luftschläge gegen IS-Verbände in einer sich schnell verändernden Gefechtslage. Marschflugkörper vom Typ Taurus wären Kanonen auf Spatzen - mal ganz zu schweigen davon, dass die BW davon eh nur 600 Stk hat. Den ganzen HARM, Recce, WildWeaselKram (auf Deutsch: Anti-Luftabwehr) - welcher einer der Stärken der Luftwaffe wären, braucht man nicht gegen die ISIS. Dafür könnte man aber aufklären. Aber neee... nicht mit Merkel, die ja FÜR den Irakkrieg war... dabei ist grade kein Wahlkampf. Wie es wohl aussieht, wenn die IS die Türkei angreift? Soweit vom Gefechtsgeschehen sind die (taktisch total unsinnigen) Patriot-Systeme der BW nicht. Wäre wohl besser gewesen, man hätte MARS-Systeme geschickt.
eunegin 27.09.2014
3. Und Deutschland...
...übt sich in großen Worten, Ermahnungen und Tipps, gesalzen von der Würze der Verschwörungstheorien und dem Antiamerikanismus einiger Foristen. Das BW-Material steht herum wie einst vor der Wende der NVA-Schrott. Gleichzeitig sehe ich immer mehr Salafistenfreunde in der U-Bahn, wie zuletzt gestern Abend auf der Fahrt in den Berliner Wedding.
spon-facebook-1629421895 27.09.2014
4. @reever_de
Naja, die RAF hat Tornados - wie die BW eben auch - und die fliegen. Wie schon beschrieben hat die RAF aber eben auch brauchbare Luft-Bodenraketen (AGMs). Deutschland hat nicht mal vor, sich solche Waffen zu kaufen oder (aaarg!) selbst zu entwickeln. Für den Luft-Bode- Kampf setzt mal lieber auf aufgerüstete Vietnamkriegsfreifallbomben (ja, dass ist natürlich durchaus praktisch, wenn man einen Panzer in einem bewohnten Gebiet zerstören will - ok, dass Teil trifft zwar sehr genau, jagt aber trozdem die halbe Stadt in die Luft) oder auf Taurusmarschflugkörper für eine Millionen Euro das Stück (eine AGM Hellfire kostet 70 000 Dollar). Wie auch beim Tiger, der in Deutschland keine 30 mm Bordkanone hat - sondern nur starr nach vorne gerichtete 12mm MG-Pods ausrüsten kann (und was der zuständige General aus vollkommen unerfindlichen Gründen vorteilhaft findet - HÄ?) ist das Konzept hinter dieser Strategie ein tiefer Glaube an zukünftige Panzerschlachten in der Fulda Gap...
Jasper Fetherstone 27.09.2014
5. Schärferer Wind
Zitat von eunegin...übt sich in großen Worten, Ermahnungen und Tipps, gesalzen von der Würze der Verschwörungstheorien und dem Antiamerikanismus einiger Foristen. Das BW-Material steht herum wie einst vor der Wende der NVA-Schrott. Gleichzeitig sehe ich immer mehr Salafistenfreunde in der U-Bahn, wie zuletzt gestern Abend auf der Fahrt in den Berliner Wedding.
Tja, deshalb wird es ja auch Zeit, dass den Brüdern mal ein etwas schärferer Wind entgegen weht. Das wird aber so wenig passieren, wie dieser Beitrag veröffentlicht wird :-)
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