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30. Juni 2014, 10:31 Uhr

Irak-Besetzung der USA

Blackwater-Manager soll US-Ermittler mit Tod bedroht haben

Top-Manager der Sicherheitsfirma Blackwater haben die US-Untersuchungen zu einem Blutbad im Irak offenbar gezielt hintertrieben. Ein staatlicher Ermittler soll laut "New York Times" eine Morddrohung erhalten haben.

Washington - Es war ein Wendepunkt der amerikanischen Besetzung des Irak: Am 16. September 2007 eröffneten Mitarbeiter der umstrittenen Sicherheitsfirma Blackwater auf dem belebten Nisur-Platz mitten in Bagdad das Feuer. Sie sollten einen Konvoi mit US-Diplomaten schützen. Stattdessen richteten sie ein Blutbad an, töteten 17 irakische Zivilisten, darunter Frauen und Kinder.

Die US-Regierung entzog der Sicherheitsfirma nach dem Vorfall alle Aufträge zum Schutz von Mitarbeitern und Konvois im Irak. Schon zuvor hatte es Verärgerung über das brachiale Vorgehen der Söldnertrupps gegeben. Blackwater benannte sich später in Academi um, heute heißt die Firma Constellis Holdings. Der Fall vom Nisur-Platz in Bagdad jedoch wurde nie vollends aufgeklärt, die Ermittlungen brachten kein endgültiges Ergebnis.

Nun gibt es Hinweise, dass die Untersuchung rund um den Fall gezielt manipuliert wurden - von einem Blackwater-Manager. Wie die "New York Times" berichtet, hatte das US-Außenministerium nach dem Vorfall auf dem Nisur-Platz im Irak begonnen, den Blackwater-Einsatz zu prüfen. Den Informationen zufolge wurde die Arbeit der Ermittler dann jedoch unterbrochen: Ein Top-Manager der Sicherheitsfirma drohte demnach, dass er den staatlichen Chefermittler "töten könnte", sollte er in dem Fall weiter ermitteln. "Niemand könnte oder würde etwas dagegen unternehmen, weil wir im Irak sind", sagte der Manager weiter.

"Eine Atmosphäre völliger Abhängigkeit und Fahrlässigkeit"

Bislang unveröffentlichte Dokumente zeigen der Zeitung zufolge, dass US-Diplomaten in Bagdad sich eher für Blackwater einsetzten, statt den Prüfer zu unterstützen. So soll die amerikanische Botschaft in Bagdad die Ermittler aufgefordert haben, das Land zu verlassen. Die Zusammenarbeit mit der Sicherheitsfirma habe nicht gestört werden sollen.

Um diese Kooperation zwischen Regierung und der Sicherheitsfirma zu untersuchen, war ein US-Ermittlungsteam in den Irak gereist. Das Ergebnis fiel deutlich aus: Die Blackwater-Mitarbeiter würden sich selbst als "über dem Gesetz stehend" betrachten, die Söldner hätten innerhalb der Führungsstruktur vor Ort die Kontrolle übernommen. Die amerikanischen Diplomaten in Bagdad hätten "eine Atmosphäre völliger Abhängigkeit und Fahrlässigkeit" geschaffen, so der Ermittler laut "New York Times".

Noch immer beschäftigt die Schießerei vom Nisur-Platz amerikanische Gerichte. Fast sieben Jahre nach dem Vorfall hat kürzlich der Prozess gegen vier Blackwater-Mitarbeiter begonnen. Die Verteidigung rechnete damit, dass die Verhandlung wegen der hohen Zahl der Zeugen etwa ein halbes Jahr dauern könnte.

Insgesamt 138 Milliarden Dollar haben externe Dienstleister wie Blackwater im Irakkrieg damit verdient, das US-Militär in Sachen Sicherheit, Logistik und Wiederaufbau zu unterstützen.

kes

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