Irak-Krieg Bush fordert schnelle Uno-Entscheidung

US-Präsident George W. Bush hat von der Uno ein schnelles Handeln in der Irak-Frage verlangt. Zusammen mit Großbritanniens Premier Tony Blair stellte er klar, dass die Entscheidung über einen Krieg gegen Saddam Hussein aber auch ohne eine zweite Uno-Resolution getroffen werden könne.




Einig: Tony Blair (l.) und George W. Bush
REUTERS

Einig: Tony Blair (l.) und George W. Bush

Washington - Bush und Blair warfen Saddam Hussein erneut Verstöße gegen die jüngste Uno-Resolution vor. Bagdad komme seiner Verpflichtung zur Abrüstung nicht nach, erklärten beide am Freitagabend bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Washington. "Saddam Hussein rüstet nicht ab. Er ist eine Gefahr für die Welt. Er muss abrüsten", sagte Bush.

Der US-Präsident forderte von den Vereinten Nationen eine schnelle Entscheidung in der Irak-Krise. Die Frage müsse rasch geklärt werden, betonte Bush. "Dies ist eine Sache von Wochen, nicht Monaten."

Er unterstütze zwar eine zweite Irak-Resolution des Weltsicherheitsrates, wenn sie den Druck auf Bagdad verstärke abzurüsten. Die USA würden sich jedem Versuch widersetzen, die Entscheidung auf Monate hinauszuzögern. "Das ist eine Bewährungsprobe für die internationale Gemeinschaft", sagte Blair nach einem Gespräch mit Bush im Weißen Haus. Die Zeit für Saddam Hussein laufe ab.

US-Außenminister Colin Powell werde dem Weltsicherheitsrat am Mittwoch Beweise dafür vorlegen, "dass Saddam Hussein versucht, die Welt zum Narren zu halten", kündigte Bush an. "Wir werden klar machen, dass Saddam Hussein eine Bedrohung für den Frieden ist." Ins Detail ging der US-Präsident jedoch nicht.

Unmittelbar vor der Unterredung mit Bush hatte sich Blair für eine weitere Irak-Resolution im Weltsicherheitsrat stark gemacht. "Auf diese Weise machen wir deutlich, dass es sich um einen Sachverhalt handelt, vor dem sich die internationale Gemeinschaft nicht drückt", sagte Blair dem TV-Sender CNN. An einer Abrüstung führe für den irakischen Staatschef Saddam Hussein jedoch kein Weg vorbei. Bagdad müsse in vollem Umfang mit den Waffeninspekteuren der Vereinten Nationen zusammenarbeiten, sagte Blair.

Das Treffen zwischen Bush und Blair wurde wegen schlechter Witterung kurzfristig vom Präsidentenlandsitz Camp David ins Weiße Haus verlegt.

Bush billigt angeblich Atomwaffeneinsatz

Bush hat bei einem Angriff auf US-Soldaten mit biologischen und chemischen Waffen nach einen Zeitungsbericht ausdrücklich den Atomwaffeneinsatz gebilligt. Dies gehe aus einem Geheimpapier hervor, das Bush im September vergangenen Jahres unterzeichnete, berichtete die "Washington Times" am Freitag.

"Die USA werden weiterhin klarstellen, dass sie sich das Recht vorbehalten, auf den Einsatz von (Massenvernichtungswaffen) gegen die USA, unsere Freunde und Verbündeten mit überwältigender Macht zu reagieren - einschließlich möglicherweise mit Atomwaffen", zitiert die Zeitung aus dem Dokument. Als die entsprechende Direktive im Dezember im Rahmen der "Nationalen Strategie zum Kampf gegen Massenvernichtungswaffen" veröffentlicht wurde, hieß es in der Passage: "einschließlich durch den Rückgriff auf alle unsere Optionen". Das Weiße Haus wollte sich zu dem Zeitungsbericht nicht äußern.

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