Irak-Krieg Cheney wirft Kritikern Revisionismus vor

Kritiker des Irak-Krieges sehen sich derzeit wüsten Beschimpfungen der US-Regierung ausgesetzt. Im Streit um manipulierte Geheimdienstinformationen sprach zunächst Präsident Bush von "Geschichtsfälschung", dann feuerte Vize-Präsident Cheney Verbal-Attacken ab.


Washington - Wer den Vorwurf erhebe, die Regierung habe vor dem Krieg gezielt die Geheimdienstinformationen manipuliert, mache sich eines "Revisionimus der korruptesten und schamlosesten Sorte" schuldig, sagte US-Vizepräsident Dick Cheney in einer Rede in Washington. Die Mängel in den Geheimdienstdaten seien im Nachhinein mehr als offensichtlich, räumte Cheney mit Blick auf die niemals gefundenen irakischen Massenvernichtungswaffen ein. Doch seien die Vorwürfe, dass diese Daten von US-Präsident George W. Bush "verzerrt, aufgebauscht oder fabriziert" worden seien, "völlig falsch".

Cheney wandte sich außerdem gegen die Forderung nach einem sofortigen Truppenabzug aus dem Irak, wie sie in der vergangenen Woche von dem oppositionellen Abgeordneten John Murtha in einem Parlamentsantrag erhoben worden war. Es sei eine "gefährliche Illusion" zu glauben, dass mit einem Rückzug "der Appetit der Terroristen befriedigt" werden könnte und sie dann die USA in Ruhe lassen würden.

Der Vizepräsident war einer der wichtigsten Fürsprecher der Invasion im Irak. Eine Umfrage des Magazins "Newsweek" ergab kürzlich, dass 52 Prozent der US-Bürger meinen, Cheney habe dabei gezielt die Geheimdienstinformationen manipuliert.

Bush hatte in der vergangenen Woche ähnlich scharf wie Cheney auf die Vorwürfe der Irak-Kriegs-Gegner reagiert. Kritikern warf er "üble Geschichtsfälschung" vor.



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