Irak-Krieg Erdogan gegen amerikanischen Alleingang

Der Sieg der islamistisch orientierten Partei AKP in der Türkei könnte den Amerikanern einen Strich durch ihre Kriegsstrategie machen. Wahlsieger Recep Tayyip Erdogan hat die Unterstützung seines Landes bei einem Angriff auf den Irak abgelehnt, sollten ihn die Amerikaner ohne Zustimmung der Uno führen.


Ankara - Der Chef der Gerechtigkeits- und Entwicklungspartei (AKP) sagte: "Wir wollen keinen Krieg, Blut, Tränen und Tod in unserer Region." Bei einer Wahlparty sagte Erdogan, die Türkei fühle sich gegenüber den Entscheidungen der Uno in der Pflicht. Er äußerte laut CNN die Hoffnung, dass es zu keinem Angriff komme, wenn nachgewiesen sei, dass der Irak keine Massenvernichtungswaffen herstelle.

Den Amerikanern droht damit ein wichtiger Partner innerhalb einer Anti-Irak-Allianz wegzubrechen. Rund 1700 Soldaten sind in dem Nachbarland zum Irak stationiert. Von der Flugwaffenbasis Incirlik aus kontrollieren bereits jetzt amerikanische und britischer Bomber die nördliche Flugverbotszone im Zweistromland.

Dennoch wird der höchste General der Türken, Hilmi Ozkok, diese Woche noch in die USA reisen, um mit amerikanischen Militärs über einen möglichen Angriff zu reden. Im Oktober war der maßgebende Mann für einen Irak-Krieg, General Tommy Franks, in der Türkei. Nach Erdogans Angaben kam es dabei zu keinem Konsens in der Irak-Frage.

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