Irak-Krieg Kwasniewski bestreitet Kritik an Bush

Polens Staatschef Aleksander Kwasniewski hat dementiert, dass er sich von Washington wegen Fehlinformationen vor dem Irak-Krieg getäuscht fühlt. Er habe vielmehr die Richtigkeit des polnischen Engagements betont, behauptet der Präsident.


Bush (l.) und Kwasniewski: Partner im Irak
AP

Bush (l.) und Kwasniewski: Partner im Irak

Washington/Warschau - Kwasniewski habe daran erinnert, "dass Saddam Hussein den Eindruck zu erwecken versuchte, dass er Massenvernichtungsmittel hat und einsetzen kann, was ein wesentlicher Grund war, im Rahmen der internationalen Koalition gegen den Terrorismus den Einsatz im Irak zu beginnen", hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung. Der Staatschef habe die Richtigkeit des polnischen Engagements im Irak betont.

Amerikanische Medien hatten zuvor berichtet, Kwasniewski habe bemängelt, Polen sei von den USA vor dem Irak-Krieg über angebliche Massenvernichtungswaffen falsch informiert und fehlgeleitet worden. Das wird nun von Warschau dementiert: Kwasniewski habe vielmehr in dem Gespräch mit Journalisten vor politischen Entscheidungen gewarnt, die zu einer Destabilisierung im Irak führen könnten.

Polen werde sich erst aus dem Irak zurückziehen, wenn die Stabilisierung des Landes erfolgt sei und zähle "auf die Zusammenarbeit mit den USA, Großbritannien, Spanien, anderen Nato-Staaten und den Vereinten Nationen", bekräftigte er. Die demokratischen Staaten müssten im Kampf gegen den Terrorismus Einheit und Solidarität zeigen.

Nach Angaben des Nachrichtensenders "TVN 24" wollen Kwasniewski und US-Präsident George W. Bush an diesem Freitag in einem Telefongespräch unter anderem die Situation im Irak erörtern.

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