Irak-Krieg Massenproteste in ganz Europa

In Deutschland demonstrierten am Donnerstag insgesamt rund 200.000 Menschen gegen den Krieg im Irak. Auch in zahlreichen anderen europäischen Städten kam es nach dem Ausbruch des Kriegs zu Massenprotesten.


Hamburg - 30.000 bis 60.000 Demonstranten kamen unterschiedlichen Schätzungen zufolge am Berliner Alexanderplatz zusammen. Die Kundgebung verlief zunächst friedlich. Ursprünglich waren allerdings bis zu 150.000 Demonstranten erwartet worden. Bereits mittags waren rund 50.000 Schülerinnen und Schüler auf die Straße gegangen. Auch in Hamburg, München und Hannover protestierten Tausende gegen den Krieg. In Frankfurt an der Oder bildeten Deutsche und Polen eine Menschenkette über die Grenze.

Zu der Kundgebung auf dem Alexanderplatz hatte die "Achse des Friedens" aufgerufen, zu der unter anderem Gewerkschaften und die Grünen zählen. Im Anschluss fanden sich im Berliner Dom rund 200 Menschen, darunter Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, zu einem ökumenischen Bittgottesdienst für den Frieden ein.

In Griechenland protestierten rund 150.000 Menschen gegen den Krieg. In Paris versammelten sich rund 20.000 Demonstranten auf der Place de la Concorde vor der hermetisch abgeriegelten US-Botschaft und skandierten Parolen wie "Nieder mit dem Krieg". Anschließend wollten sie durch die Innenstadt Richtung Montparnasse ziehen.

Auf Transparenten hieß es "Bush Mörder" oder "Die Spezialisten der CIA und der Staatsstreiche wollen uns Demokratie lehren - nein danke". Zu der Kundgebung hatten mehrere Dutzend Verbände, Gewerkschaften und Linksparteien aufgerufen.

Die Botschaft der USA wurde von mehreren Hundertschaften der Bereitschaftspolizei CRS und der Gendarmerie geschützt. Metallzäune schützten das Gebäude zusätzlich. Auch in anderen französischen Städten wie Rennes, Toulouse, Lille, Marseille, Strasbourg und Lyon demonstrierten tausende Kriegsgegner.

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.