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11. April 2007, 09:09 Uhr

Irak-Krieg

Raketentreffer auf dem Schulhof

In Bagdad sind die schwersten Kämpfe seit Beginn der US-Offensive vor zwei Monaten ausgebrochen. Dabei gab es viele Opfer. Unter ihnen ein sechsjähriger Junge, der auf seinem Schulhof von einer Rakete getroffen wurde.

Bagdad - Nach amerikanischen Angaben kamen bei den Kämpfen 20 Aufständische ums Leben, 30 wurden verletzt. In den eigenen Reihen seien 15 Soldaten verletzt worden, teilte ein US-Militärsprecher heute mit. Auslöser der Auseinandersetzungen im sunnitischen Stadtteil Fadhil sei ein Angriff während einer Razzia gewesen, erklärten die US-Streitkräfte. Danach wurden Kampfhubschrauber eingesetzt, die Rebellen wurden aus der Luft mit Maschinengewehren beschossen. Im Kreuzfeuer kamen mindestens fünf Bewohner ums Leben. Ein US-Kampfhubschrauber wurde vom Boden aus beschossen, stürzte aber nicht ab.

Bagdad: Razzia im sunnitischen Fadhil
REUTERS

Bagdad: Razzia im sunnitischen Fadhil

Die Vereinigung Muslimischer Geistlicher erklärte heute unter Berufung von Augenzeugen, dass irakische Soldaten in eine Moschee eingedrungen und zwei junge Männer vor den Augen von Gläubigen erschossen hätten. Danach seien Bodentruppen mit Tränengas gegen die Bewohner des Stadtteils vorgegangen. "Die Vereinigung verurteilt dieses abscheuliche Verbrechen, das von den Besatzern und der Regierung verübt wurde", erklärte die Organisation.

Einige Häuserblocks vom Zentrum der Kämpfe entfernt schlug eine Rakete in einen Schulhof ein. Dabei wurde ein sechsjähriger Junge getötet. Aufnahmen des Fernsehnachrichtendienstes APTN zeigten Rucksäcke und Bücher von Schülern auf den Tischen eines Klassenzimmers, die mit Glassplittern und Trümmern übersät waren. Auf dem Boden war Blut zu sehen. Nach Polizeiangaben wurden bei dem Einschlag einer Katjuscha-Rakete mindestens 15 Schüler und zwei Lehrer verletzt.

ler/AP

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