Irak-Krieg US-Militär rechtfertigt tödlichen Angriff auf Journalisten-Hotel

Der Beschuss des Hotel Palestine in Bagdad Anfang April sei ein korrekter Akt der Selbstverteidigung gewesen. Zu diesem Schluss ist das US-Militär nach einer Untersuchung des tödlichen Vorfalls gekommen. Damals waren zwei Kameramänner ums Leben gekommen.


Bei dem Angriff auf das Hotel Palestine starben zwei Kameramänner
DPA

Bei dem Angriff auf das Hotel Palestine starben zwei Kameramänner

Washington - Eine US-Kompanie sei damals zu der Erkenntnis gekommen, in dem Gebäude sei ein Beobachter postiert gewesen. Dieser habe für eine irakische Truppe Ziele gemeldet und das Feuer geleitet, teilte das Central Command der US-Streitkräfte am Dienstag als Ergebnis seiner Untersuchungen mit.

Die Erkenntnis basierte dem Bericht zufolge auf Informationen der Aufklärung und auf abgehörtem irakischen Funkverkehr. Daraufhin sei von einem Panzer eine 120-Millimeter-Granate auf den Balkon eines Gebäudes abgefeuert worden, wo der Beobachter vermutet worden sei.

Unmittelbar darauf sei aus dem abgehörten Funkverkehr zu schließen gewesen, dass der Beobachter unter Beschuss geraten sei, heißt es in der zweiseitigen Zusammenfassung des Berichts. Das koordinierte Feuer der Iraker auf die US-Kompanie habe aufgehört.

Erst später habe die Einheit erfahren, dass sie das Hotel Palestine beschossen habe und dass dabei Journalisten ums Leben gekommen seien. Nach Informationen der Militäraufklärung habe es allerdings auch Hinweise darauf gegeben, dass der Gegner Teile des Hotels als Operationsbasis genutzt habe. Intensive Aktivität des Gegners sei in und um das Hotel herum registriert worden.

Bei dem Beschuss am 8. April waren der Reuters-Kameramann Taras Protsyuk und der spanische Kameramann Jose Couso getötet worden. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte von den US-Militärs genaue Aufklärung über die Umstände des Todes seines Kameramannes verlangt.



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