Terror "Islamischer Staat" verübt mehrere Attentate im Nordirak

Der IS steht im Irak unter Druck - jetzt reagiert die Terrormiliz offenbar mit Vergeltungsschlägen: Islamisten haben mehrere Attentate verübt. Dabei töteten sie mindestens 16 Menschen.


Im Irak gerät der "Islamische Staat" (IS) immer mehr in die Defensive. Regierungstruppen und kurdische Peschmerga-Kämpfer rücken auf Mossul vor, die letzte Hochburg der Terrormiliz in dem Land könnte bald fallen. Jetzt suchen die Islamisten offenbar nach Vergeltung.

Bei einer Reihe von Anschlägen in der Region um die von Kurden kontrollierte Stadt Kirkuk sind am Morgen mehrere Menschen getötet worden. Schläferzellen der Extremisten hätten Stationen von Sicherheitskräften und andere Gebäude gestürmt, erklärten Provinzgouverneur Nadschim al-Din Karim und die Polizei.

Ein Polizeioffizier sagte, Sicherheitskräfte hätten die IS-Kämpfer in zahlreiche Gebäuden und Straßen in Kirkuk umstellt. Die Kämpfe gingen weiter. Neun Extremisten seien bislang getötet worden. Auch Polizisten sollen ums Leben gekommen sein. Anwohner berichteten, Explosionen und Schüsse seien zu hören gewesen. Augenzeugen sprechen von Dschihadistengruppen mit Granaten und Schusswaffen in mehreren Vierteln der Stadt. Der IS bekannte sich zu den Anschlägen.

Im nahegelegenen Dibis stürmten nach offiziellen Angaben drei Selbstmordattentäter ein Kraftwerk. Dabei töteten sie mindestens 16 Menschen, erklärte Bürgermeister Abdullah Nureddin al-Salehi. Bei anschließenden Gefechten mit Sicherheitskräften sei ein Angreifer getötet worden, die beiden anderen hätten sich selbst in die Luft gesprengt. Bei den Opfern handele es sich um zwölf irakische und vier iranische Mitarbeiter des Kraftwerks.

kev/AFP/dpa



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