Angriff auf IS-Hochburg Irakisches Militär kündigt Offensive per Flugblatt an

Der Angriff auf die letzte große IS-Hochburg im Irak könnte noch im Oktober beginnen. Das Militär bereitet die Bewohner von Mossul bereits auf eine Offensive vor - mit Flugblättern.

Irakische Soldaten
AP

Irakische Soldaten


Ein Angriff der irakischen Armee auf die Mossul steht offenbar unmittelbar bevor. Das Militär will die zweitgrößte Stadt des Landes von der Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) zurückzuerobern. Nun soll auch die Bevölkerung auf die geplante Offensive vorbereitet werden.

Zehntausende Flugblätter hat die Luftwaffe über der Stadt abgeworfen, wie das Zentralkommando der Streitkräfte mitteilte. Darin heißt es, der Vormarsch habe keine Zivilisten zum Ziel. Die Einwohner sollten zu Hause bleiben und sich von bekannten Häusern der radikalislamischen Kämpfer fernhalten.

Unter anderem mit Bildern wird den Bewohnern erläutert, wie sie ihre Fensterscheiben mit Klebestreifen vor dem Zerbersten schützen können und dass sie mindestens eine Stunde nach einem Luftangriff dem attackierten Ort fernbleiben sollen.

Tausende IS-Kämpfer in der Stadt

Nach Angaben der Regierung und des Militärs könnte der Angriff auf die letzte große IS-Hochburg im Irak noch im Oktober beginnen. US-amerikanischen Schätzungen zufolge befinden sich zwischen 3000 und 4500 Kämpfer der Islamisten in der Stadt.

Es wird mit erbitterten Kämpfen gerechnet. Der IS ist im Irak und Syrien immer wieder mit brutaler Härte gegen Andersgläubige vorgegangen. Russlands Präsident Wladimir Putin sagte am Sonntag, er hoffe, dass die USA und ihre Verbündeten alles täten, um Opfer unter den Zivilisten zu vermeiden.

Es wird zudem mit zahlreichen Flüchtlingen gerechnet. In der nordirakischen Metropole lebten vor der Einnahme durch den IS 2014 knapp zwei Millionen Menschen, heute sollen es bis zu 1,5 Millionen sein. In Deutschland machen Iraker einen großen Teil der registrierten Flüchtlinge aus.

kev/AFP/Reuters

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