Irak Acht Demonstranten sterben bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften

Erneut sind im Irak Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Regierung zu demonstrieren. Sicherheitskräfte räumten eine besetzte Brücke - es gab mehrere Tote und Verletzte.

Gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften im Irak
Khalid al-Mousily/ REUTERS

Gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften im Irak


Im Süden des Iraks sind mindestens acht Demonstranten getötet worden. Sie seien erschossen worden, als Sicherheitskräfte in der Stadt Nasirija am frühen Donnerstagmorgen zwei besetzte Brücken geräumt hätten, hieß es in Sicherheitskreisen und von Ärzten. Rund 50 weitere Demonstranten, die die Brücken blockierten, erlitten demnach Verletzungen.

In Bagdad und mehreren südirakischen Städten hatte sich Anfang Oktober eine Protestbewegung gegen Korruption und hohe Arbeitslosigkeit im Land formiert. Trotz der Gewalteskalation und nächtlichen Ausgangssperren gehen die Iraker weiter auf die Straße und fordern den Sturz der Regierung.

Mehr als 360 Menschen wurden seitdem getötet und 15.000 verletzt. Der Protest richtet sich auch gegen Iran, dem die Demonstranten vorwerfen, die Regierung in Bagdad zu stützen.

In der Nacht zum Donnerstag drangen Hunderte Demonstranten in Irans Konsulat in der heiligen irakischen Stadt Nadschaf ein. Sie setzten das Gebäude in Brand. Teheran forderte von Bagdad "entschiedenes, effektives" Vorgehen gegen die "Aggressoren", wie ein iranischer Außenamtssprecher sagte.

Die Uno forderte zuletzt von der Regierung, Reformen umzusetzen. Dazu zählen Änderungen am Wahlgesetz und der Verfassung.

mho/AFP



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