Irak Mindestens zwei Tote bei Demonstrationen in Bagdad

Im Irak ist es erneut zu regierungskritischen Protesten gekommen. Mindestens zwei Demonstranten seien durch Tränengasgranaten getötet worden, teilte die irakische Menschenrechtskommission mit.

Regierungsgegner rennen auf der Straße vor irakischen Sicherheitskräften davon
Hadi Mizban/ AP/ DPA

Regierungsgegner rennen auf der Straße vor irakischen Sicherheitskräften davon


Bei neuen Protesten im Zentrum der irakischen Hauptstadt Bagdad sind mindestens zwei Demonstranten ums Leben gekommen. Außerdem seien mehr als 90 Menschen verletzt worden, darunter auch Sicherheitskräfte. Das teilte die staatliche Menschenrechtskommission mit. Die beiden Demonstranten seien durch Tränengasgranaten umgekommen.

Die regierungskritischen Demonstrationen richten sich gegen Korruption und Misswirtschaft. In der Hauptstadt hatten sich seit Donnerstagabend Tausende Iraker versammelt und den Sturz der Regierung gefordert.

Die Sicherheitskräfte hätten unter anderem Tränengas und Gummigeschosse eingesetzt. Laut Augenzeugenberichten wollten sie Demonstranten davon abhalten, in die besonders geschützte Grüne Zone Bagdads zu gelangen. Dort liegen viele Regierungseinrichtungen und Botschaften.

Auch in Beirut gehen die Massenproteste weiter

Bereits im Oktober waren bei Massenprotesten in dem Land mehr als 150 Menschen getötet worden. Angesichts des harten Vorgehens der Sicherheitskräfte kamen die Proteste zwischenzeitlich zum Erliegen.

Im Irak herrscht in der Bevölkerung unter anderem wegen der schlechten Infrastruktur und hoher Arbeitslosigkeit großer Frust. Das Land gehört zwar zu den größten Ölproduzenten der Welt, leidet aber unter einem Energiemangel. Viele Gebiete sind nach dem Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) noch immer zerstört.

Auch in der libanesischen Hauptstadt Beirut gingen die Proteste den neunten Tag in Folge weiter. Viele Straßen waren gesperrt, Schulen, Banken und zahlreiche Geschäfte blieben geschlossen. Die Demonstranten fordern den Rücktritt der Regierung und die Absetzung korrupter Politiker. Eine Rede von Präsident Michel Aoun am Donnerstag konnte die Proteste nicht beruhigen. Das kleine Land am Mittelmeer erlebt seit Monaten eine schwere Wirtschaftskrise.

höh/dpa/AFP



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