Irak-Mission Islamische Staaten wollen keine Truppen schicken

Die Außenminister der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) haben die US-Besetzung des Irak massiv kritisiert. Offenbar wollen die islamischen Staaten auch keine Truppen entsenden.


Putrajaya - Mit scharfer Kritik an der US-Besetzung von Irak hat am Montag die Außenministertagung der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) begonnen. Die "Bedrohungen von Unilateralismus, Globalisierung und Terrorismus" gefährdeten das Überleben der islamischen Ummah (Gemeinschaft), sagte Malaysias Außenminister Syed Hamid Albar als Gastgeber der OIC-Konferenz. Die Sicherheitslage im Irak sei auf ihrem niedrigsten Punkt angelangt.

Der von den USA eingesetzte irakische Regierungsrat könne von der OIC akzeptiert werden, sagte Syed Hamid. "Die ausländische Besetzung des Irak ist ebenso eine Realität wie die Existenz des Regierungsrates", sagte er. "Die ausländische Besatzung muss aber so schnell wie möglich beendet werden." Es sei moralische Pflicht der islamischen Staaten, das irakische Volk dabei zu unterstützen.

Der Außenminister des irakischen Regierungsrates, Hoschjar Sebari, forderte die islamischen Staaten zur Hilfe beim Wiederaufbau seines Landes auf. Er habe seine Kollegen zwar gebeten, Truppen im Irak zu stationieren. Die anfänglichen Reaktionen seien aber nicht ermutigend gewesen. "Ich glaube nicht, dass die muslimischen Länder Truppen entsenden wollen", sagte Sebari.

Bisher hat nur ein islamisches Land, die Türkei, dem amerikanischen Drängen nachgegeben, Truppen vor einer Übertragung der Verwaltung an die Vereinten Nationen im Irak zu stationieren. Die USA erhoffen sich von der Entsendung von Friedenstruppen aus islamischen Ländern eine Entlastung ihrer 130.000 im Irak stationierten Soldaten. Pakistan setzt sich dafür ein, eine Friedenstruppe unter Uno-Regie nach Irak zu entsenden und wollte dies auf die Tagesordnung für den OIC-Gipfel setzen, den die Außenminister vorbereiten. Die Initiative habe es aber nicht auf die Tagesordnung geschafft, meldete die malaysische Nachrichtenagentur Bernama.

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