Irak Panik nach Anschlag auf Schiiten - zahlreiche Tote

Bei einer Massenpanik nach einem Anschlag auf feiernde Schiiten sind in Bagdad mindestens 32 Menschen ums Leben gekommen. Zuvor waren die Pilger mit Mörsergranaten beschossen worden.


Bagdad - Der Angriff auf die schiitischen Pilger ereignete sich am Schrein des Imam Mussa Kazhem in Bagdad. Dabei wurden zunächst sieben Menschen getötet. Nachdem sich auf einer Brücke das Gerücht verbreitete, dass sich Selbstmordattentäter in der Menschenmenge befänden, brach nach Angaben von Sicherheitskräften Panik aus. Nach Angaben des Inneministeriums wurden zahlreiche weitere Gläubige verletzt. An dem Heiligtum im Norden von Bagdad hatten sich am Morgen Tausende von Schiiten versammelt, um gemeinsam den Todestag des Imams zu begehen.

Die US-Armee gab unterdessen den Tod von zwei amerikanischen Soldaten im nordirakischen Tel Afar bekannt. Einer von ihnen sei am Montag bei der Notlandung eines Hubschraubers getötet worden, der zuvor unter Beschuss geraten war. Ein zweiter Soldat sei Anfang der Woche bei einer Patrouillenfahrt erschossen worden.

Das Militär teilte weiter mit, ein mit US-Amerikanern und irakischen Regierungsvertretern besetztes Gremium habe beschlossen, die Haft des am 8. August festgenommenen Journalisten Ali al-Maschdanni zu verlängern, der im Westirak für die Nachrichtenagentur Reuters arbeitet. Zur Begründung hieß es, der Journalist habe "Beziehungen zu anti-irakischen Kräften".

Die internationale Organisation Reporter ohne Grenze kritisierte unterdessen, dass der am vergangenen Sonntag festgenommenen Kameramann von Reuters TV, Haider Kazhem, immer noch nicht auf freiem Fuß sei. Nach Angaben der Organisation kamen im Irak seit Beginn des Krieges im März 2003 insgesamt 67 Journalisten und Mitarbeiter von Medien ums Leben, zuletzt der irakische Journalist Rafed al-Rubai, der am vergangenen Freitag von Unbekannten erschossen wurde, während er über eine Demonstration von Anhängern des ehemaligen Präsidenten Saddam Hussein in der Provinz Dijala berichtete.

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