Proteste in Bagdad Irakische Polizei geht mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vor

In der irakischen Hauptstadt Bagdad gingen Demonstranten gegen Korruption und politischen Stillstand auf die Straße. Bei Zusammenstößen mit der Polizei wurden fast 200 Menschen verletzt.

Zusammenstoß in Bagdad: Wasserwerfer und Tränengas
AHMAD AL-RUBAYE/ AFP

Zusammenstoß in Bagdad: Wasserwerfer und Tränengas


Irakische Sicherheitskräfte sind im Zentrum der Hauptstadt Bagdad mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Hunderte Demonstranten vorgegangen. Aus Krankenhauskreisen hieß es, mehr als 180 Menschen seien wegen Verletzungen behandelt worden.

Augenzeugen berichteten, die Sicherheitskräfte hätten am Tahrir-Platz in Bagdad auch in die Luft geschossen, um den Protest aufzulösen. Bilder in den sozialen Medien zeigten dichte Nebelschwaden und Rauch. Auch Schüsse waren zu hören. Dem irakischen TV-Sender Al-Sharqiya zufolge kam es in anderen Städten ebenfalls zu Protesten gegen Korruption und politischen Stillstand.

Demonstranten tragen einen Verwundeten: mehr als 180 Proteste
MURTAJA LATEEF/ EPA-EFE/ REX

Demonstranten tragen einen Verwundeten: mehr als 180 Proteste

Im Irak herrscht in der Bevölkerung unter anderem wegen der schlechten Infrastruktur und Arbeitslosigkeit großer Frust. So gehört das Land zu den größten Ölproduzenten der Welt, leidet aber unter einem akuten Energiemangel. Viele Gebiete des Landes sind nach dem Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zerstört.

Vor rund einem Jahr hatte Wut über Tausende Erkrankungen infolge von verschmutztem Trinkwasser in der südirakischen Stadt Basra Proteste ausgelöst. Kritiker machen für die Lage vor allem die grassierende Korruption verantwortlich. Politikern werfen sie vor, ihre Positionen dafür zu nutzen, um sich und ihre Gefolgsleute zu bereichern.

asa/dpa



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