Kampf gegen IS Irakischer Premier fühlt sich von USA im Stich gelassen

"Bagdad wäre fast vom IS eingekreist worden, und die USA haben nichts unternommen": Der irakische Premier Abadi geht im SPIEGEL auf Distanz zu Barack Obama. Lob gibt es für Deutschland - und Iran.

Vor seinem ersten Zusammentreffen mit US-Präsident Barack Obama in Washington am 14. April kritisiert der neue irakische Premierminister die Rolle der USA beim Kampf gegen den "Islamischen Staat". Haider al-Abadi äußerte sich im SPIEGEL-Gespräch tief enttäuscht: "Bagdad wäre fast vom IS eingekreist worden, und niemand, weder die USA noch sonst jemand, hat etwas unternommen." Die Regierung in Washington habe den Fall der irakischen Hauptstadt in Kauf genommen, anstatt schnelle, effektive Unterstützung zu leisten. (Lesen Sie hier das ganze Gespräch im neuen SPIEGEL .)

Abadi lobte hingegen die Kooperation mit dem Bundesnachrichtendienst, die sei hervorragend: "Wir geben ihm die Nummern weiter", mit denen deutsche Terroristen, die sich dem IS angeschlossen haben, "nach Deutschland telefonieren." Die Deutschen hätten im Übrigen die Waffen, die der Irak brauche im Kampf gegen den "Islamischen Staat". Insofern könnten sie "eine entscheidende Rolle" in dem Konflikt spielen.

Abadi lobte auch die Unterstützung des Nachbarn Iran durch Waffen und Berater. Iran sei sofort zur Stelle gewesen, wenn auch aus eigenen, nationalen Interessen, um das Regime in Teheran und die heiligen Stätten zu schützen. Daraus künftige Machtansprüche Teherans abzuleiten, sei allerdings falsch, sagte Abadi dem SPIEGEL: "Ich schulde den Iranern nichts."

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