SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

19. Mai 2019, 15:11 Uhr

Streit um Sicherheitslage

Irakische Regierung kritisiert Exxon für Abzug von Ölarbeitern

Exxon Mobil hat mit Verweis auf die Sicherheitslage alle ausländischen Mitarbeiter aus dem Irak abgezogen. Ölminister Thamir Ghadhban wirft dem US-Unternehmen vor, es handele aus politischen Gründen.

Der irakische Ölminister kritisiert den US-Konzern Exxon Mobil scharf. Der vom Unternehmen angeordnete Abzug der ausländischen Mitarbeiter von einem Ölfeld im Südirak sei inakzeptabel und ungerechtfertigt, sagte Thamir Ghadhban in Bagdad.

"Der vorübergehende Abzug mehrerer Mitarbeiter - auch wenn es nur eine kleine Anzahl war - hat nichts mit der Sicherheitslage oder einer Bedrohung der Ölfelder im Südirak zu tun, sondern erfolgte aus politischen Gründen", teilte Ghadhban mit. Andere internationale Unternehmen arbeiteten "frei und sicher" daran, Ölfelder im Land zu erschließen. Ghadhban habe Exxon in einem Schreiben aufgefordert, die Arbeit auf dem Ölfeld unverzüglich wiederaufzunehmen. In einigen Tagen will sich der Minister mit Managern des Konzerns treffen.

Das US-Unternehmen hatte zuletzt nach irakischen Angaben alle etwa 60 ausländischen Mitarbeiter vom Ölfeld West Kurna 1 abgezogen. Exxon hat einen langfristigen Vertrag, das Ölfeld in der Nähe der Stadt Basra zu modernisieren.

Die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und Iran hatten Befürchtungen ausgelöst, es könne ein Krieg am Golf bevorstehen. US-Präsident Donald Trump ließ einen Flugzeugträger, Langstreckenbomber sowie Flugabwehrraketen in die Region verlegen. Die USA kündigten in den vergangenen Tagen zudem den Abzug eines Teils ihrer Botschaftsmitarbeiter aus dem Irak an und begründeten dies mit einer Bedrohung durch von Teheran unterstützte Kräfte.

Allerdings gehen die Einschätzungen darüber, wie akut die Bedrohungslage aus Iran ist, sowohl innerhalb der US-Regierung als auch zwischen den Verbündeten der Vereinigten Staaten weit auseinander. Die Bundeswehr hat die Ausbildung irakischer Streitkräfte am Wochenende nach wenigen Tagen Unterbrechung wieder aufgenommen.

syd/AFP/dpa

URL:

Verwandte Artikel:


© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung