Streit um Sicherheitslage Irakische Regierung kritisiert Exxon für Abzug von Ölarbeitern

Exxon Mobil hat mit Verweis auf die Sicherheitslage alle ausländischen Mitarbeiter aus dem Irak abgezogen. Ölminister Thamir Ghadhban wirft dem US-Unternehmen vor, es handele aus politischen Gründen.

Exxon-Mobil-Mitarbeiter auf Ölfeld West Kurna: Scharfe Töne von Ölminister Ghadhban
REUTERS

Exxon-Mobil-Mitarbeiter auf Ölfeld West Kurna: Scharfe Töne von Ölminister Ghadhban


Der irakische Ölminister kritisiert den US-Konzern Exxon Mobil scharf. Der vom Unternehmen angeordnete Abzug der ausländischen Mitarbeiter von einem Ölfeld im Südirak sei inakzeptabel und ungerechtfertigt, sagte Thamir Ghadhban in Bagdad.

"Der vorübergehende Abzug mehrerer Mitarbeiter - auch wenn es nur eine kleine Anzahl war - hat nichts mit der Sicherheitslage oder einer Bedrohung der Ölfelder im Südirak zu tun, sondern erfolgte aus politischen Gründen", teilte Ghadhban mit. Andere internationale Unternehmen arbeiteten "frei und sicher" daran, Ölfelder im Land zu erschließen. Ghadhban habe Exxon in einem Schreiben aufgefordert, die Arbeit auf dem Ölfeld unverzüglich wiederaufzunehmen. In einigen Tagen will sich der Minister mit Managern des Konzerns treffen.

Das US-Unternehmen hatte zuletzt nach irakischen Angaben alle etwa 60 ausländischen Mitarbeiter vom Ölfeld West Kurna 1 abgezogen. Exxon hat einen langfristigen Vertrag, das Ölfeld in der Nähe der Stadt Basra zu modernisieren.

Die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und Iran hatten Befürchtungen ausgelöst, es könne ein Krieg am Golf bevorstehen. US-Präsident Donald Trump ließ einen Flugzeugträger, Langstreckenbomber sowie Flugabwehrraketen in die Region verlegen. Die USA kündigten in den vergangenen Tagen zudem den Abzug eines Teils ihrer Botschaftsmitarbeiter aus dem Irak an und begründeten dies mit einer Bedrohung durch von Teheran unterstützte Kräfte.

Allerdings gehen die Einschätzungen darüber, wie akut die Bedrohungslage aus Iran ist, sowohl innerhalb der US-Regierung als auch zwischen den Verbündeten der Vereinigten Staaten weit auseinander. Die Bundeswehr hat die Ausbildung irakischer Streitkräfte am Wochenende nach wenigen Tagen Unterbrechung wieder aufgenommen.

syd/AFP/dpa

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frankfurtbeat 19.05.2019
1. es stellt ...
es stellt sich grundsätzlich die Frage wie die USA an den Mrd.-Auftrag gekommen sind. Irak sollte den Auftrag anderweitig vergeben und gut ist. Warum sollte man die USA für das verursachte Elend in der Region auch noch belohnen?
damianschnelle 19.05.2019
2. Nur
Nur mal zur Erinnerung. Die USA haben im Irak-Krieg genau ein Ministerium sofort vor Plünderung und Vandalismus gesichert. Dreimal darf man raten welches.
Zeitwesen 19.05.2019
3.
Zitat von frankfurtbeates stellt sich grundsätzlich die Frage wie die USA an den Mrd.-Auftrag gekommen sind. Irak sollte den Auftrag anderweitig vergeben und gut ist. Warum sollte man die USA für das verursachte Elend in der Region auch noch belohnen?
"es stellt sich grundsätzlich die Frage wie die USA an den Mrd.-Auftrag gekommen sind." Indem Sie das Land angegriffen haben und eine Regierung installierten die ihnen die Aufträge gaben? "Warum sollte man die USA für das verursachte Elend in der Region auch noch belohnen?" Weil es dann zur "Achse des Bösen" gehört und entweder sanktioniert oder erneut angegriffen wird?
Promethium 19.05.2019
4.
Zitat von frankfurtbeates stellt sich grundsätzlich die Frage wie die USA an den Mrd.-Auftrag gekommen sind. Irak sollte den Auftrag anderweitig vergeben und gut ist. Warum sollte man die USA für das verursachte Elend in der Region auch noch belohnen?
Weil die Iraker ihre Geschichte besser kennen und wissen das das Elend nicht von den USA verursacht wurde. Kleiner tip! Das Problem besteht schon seit über 1300 Jahren.
HeisseLuft 20.05.2019
5. Und wo kann man ihre Behauptungen nachschlagen?
Zitat von Zeitwesen"es stellt sich grundsätzlich die Frage wie die USA an den Mrd.-Auftrag gekommen sind." Indem Sie das Land angegriffen haben und eine Regierung installierten die ihnen die Aufträge gaben? "Warum sollte man die USA für das verursachte Elend in der Region auch noch belohnen?" Weil es dann zur "Achse des Bösen" gehört und entweder sanktioniert oder erneut angegriffen wird?
Ach, wirklich? Und wieso haben im Anschluss dann ausgerechnet die Rivalen aus China so oft die Auktionen um irakische Förderlizenzen gewonnen? "Die Chinesen sind die größten wirtschaftlichen Profiteure der amerikanischen Invasion geworden – und der Zorn der Amerikaner wächst. "Wir opfern unser Blut, und die Chinesen bekommen die Vorteile" – so drastisch drückte es die New York Times aus. "Ich kann die internationalen Beschwerden gut verstehen", räumt selbst Yin Gang ein, ein Mittelost-Experte an der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften in Peking. "Die Alliierten haben viel in den Krieg investiert, und die Chinesen bekommen die Friedensdividende."" Aus: https://www.zeit.de/2010/12/Irak-China-USA
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