Irak Regierungschef Maliki droht mit Rücktritt

Kaum ist die US-Armee abgezogen, brechen die Konflikte innerhalb der irakischen Regierung offen auf. Ministerpräsident Maliki soll mit Rücktritt gedroht haben, wenn das Parlament nicht seinen Stellvertreter Mutlak entlässt.

Ministerpräsident Nuri al-Maliki (am 13. Dezember): Rücktritt angedroht
AP

Ministerpräsident Nuri al-Maliki (am 13. Dezember): Rücktritt angedroht


Bagdad - Nach dem Abzug der Amerikaner brechen die innerirakischen Konflikte auf. Regierungschef Nuri al-Maliki hat angekündigt, binnen zwei Tagen zurückzutreten, sollte seinem Stellvertreter Salih al-Mutlak nicht das Vertrauen entzogen werden. Der Vize-Ministerpräsident, der zur säkularen Allianz Al-Irakija gehört, hatte den schiitischen Regierungschef zuvor als einen schlimmeren Diktator als Saddam Hussein bezeichnet.

Am Montagabend war zudem ein Haftbefehl gegen den Vizepräsidenten Tarik al-Haschimi erlassen worden, der dem gleichen Parteienbündnis wie Mutlak angehört. Das Staatsfernsehen meldete, ihm werde vorgeworfen, an einem versuchten Anschlag auf Maliki Ende November beteiligt gewesen zu sein.

Der staatliche Sender Al-Irakija strahlte zudem "Geständnisse" früherer Leibwächter Haschimis aus, wonach dieser sie zu Terroranschlägen angestiftet haben soll. Ob die Ex-Leibwächter logen, die Wahrheit sagten oder durch Folter zur Falschaussage gezwungen worden waren, war nicht erkennbar. Bislang soll Haschimi nicht festgenommen worden sein und sich im kurdischen Autonomiegebiet aufhalten.

Die USA hatten in den letzten Jahren stets zwischen den Parteien der Kurden, Schiiten und Sunniten im Irakvermittelt. Am vergangenen Wochenende hatten sie ihren fast neun Jahre währenden Militäreinsatz in dem Land beendet.

npi/dpa



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