Nach Sturm aufs Parlament Irakischer Regierungschef ordnet Festnahmen an

Hunderte wütende Demonstranten erstürmten das Regierungsviertel von Bagdad - nun sollen sie verhaftet werden. Die meisten setzen ihren Protest aber fort.

Sit-in auf dem Grand-Festivities-Platz in Bagdad
REUTERS

Sit-in auf dem Grand-Festivities-Platz in Bagdad


Der irakische Premierminister Haider al-Abadi hat seine Sicherheitskräfte damit beauftragt, Demonstranten zu verhaften. Hunderte Anhänger des schiitischen Geistlichen Muktada al-Sadr hatten am Samstag den Palast in der Hauptstadt Bagdad gestürmt.

Laut Abadi wurden dabei auch Sicherheitskräfte und Abgeordnete angegriffen und Staatseigentum zerstört. Tausende Demonstranten waren zuvor in die hochgesicherte Grüne Zone rund um den Palast eingedrungen.

Dort befinden sie sich laut der Nachrichtenagentur dpa noch immer: Sie versammelten sich auf einem zentralen Platz in der Grünen Zone. Armee und Polizei verschärften in der Hauptstadt die Sicherheitsmaßnahmen.

Abadi besuchte am Sonntag das Parlament, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Sadrs Anhänger fordern Reformen und einen schärferen Kampf gegen die im Irak weit verbreitete Korruption. Sie protestierten gegen die Verschiebung einer Abstimmung im Parlament über ein Technokratenkabinett.

Seit Monaten tobt im Irak ein Konflikt um politische Reformen, die der schiitische Regierungschef Abadi zugesagt hat. Bisher werden wichtige Posten nach politischen und konfessionellen Kriterien vergeben.

vek/dpa/AP

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Seite 1
gtuerk 01.05.2016
1. Danke uneigennütziger Westen!
Danke das nach dem Sturz Saddams eine Marionetten Regierung etabliert wurde! Danke das nun Schiiten dieses Land Regieren dürfen und die Sunniten unterdrücken können wie einst die Sunniten es mit den schiitischen Menschen gemacht hatten! Dies alles trägt auch ganz bestimmt zum Frieden dort bei! Auch der Terrorismus wird so erfolgreich bekämpft werden!
säkularist 01.05.2016
2.
Zitat von gtuerkDanke das nach dem Sturz Saddams eine Marionetten Regierung etabliert wurde! Danke das nun Schiiten dieses Land Regieren dürfen und die Sunniten unterdrücken können wie einst die Sunniten es mit den schiitischen Menschen gemacht hatten! Dies alles trägt auch ganz bestimmt zum Frieden dort bei! Auch der Terrorismus wird so erfolgreich bekämpft werden!
Dabei wäre die Lösung so einfach. Der gesamte Nahe Osten braucht eine Neuordnung der Staaten anhand der real existierenden ethnisch religiösen Verteilung der Bevölkerung. Warum müssen Schiiten und Sunniten unbedingt in einem Staat zusammenleben wenn beide Seiten es partout nicht wollen? Genauso wie Israel einen Palästinenser-Staat braucht, brauchen Irak, Syrien, Libanon, Türkei und Jordanien eine Neuordnung an deren Ende ein Schiitenstaat, ein Kurdenstaat, ein Sunnitenstaat und ein kleiner christlicher Staat stehen.
HeisseLuft 01.05.2016
3. ?
Zitat von gtuerkDanke das nach dem Sturz Saddams eine Marionetten Regierung etabliert wurde! Danke das nun Schiiten dieses Land Regieren dürfen und die Sunniten unterdrücken können wie einst die Sunniten es mit den schiitischen Menschen gemacht hatten! Dies alles trägt auch ganz bestimmt zum Frieden dort bei! Auch der Terrorismus wird so erfolgreich bekämpft werden!
Mein Teuerster, wenn die Menschen vor Ort die Gelegenheit nicht genutzt haben eine funktionierende Demokratie aufzubauen, dann liegt das immer noch in erster Linie an den Menschen vor Ort. Und nicht an Putin, dem Westen oder den Marsianern. Wenn sie unbedingt auf ausländische Mainpulationen abstellen wollen, dann wären da verschiedene Nachbarn zu nennen, die nicht wirklich eine Demokratie in ihrer Nachbarschaft haben wollen. Saudi-Arabien, Iran und Syrien. Die Türkei hatte vielleicht weniger ein Problem mit der Demokratie, dafür wiederum eines mit den Kurden.
HeisseLuft 01.05.2016
4. GAnz so einfach ist das aber nicht
Zitat von säkularistDabei wäre die Lösung so einfach. Der gesamte Nahe Osten braucht eine Neuordnung der Staaten anhand der real existierenden ethnisch religiösen Verteilung der Bevölkerung. Warum müssen Schiiten und Sunniten unbedingt in einem Staat zusammenleben wenn beide Seiten es partout nicht wollen? Genauso wie Israel einen Palästinenser-Staat braucht, brauchen Irak, Syrien, Libanon, Türkei und Jordanien eine Neuordnung an deren Ende ein Schiitenstaat, ein Kurdenstaat, ein Sunnitenstaat und ein kleiner christlicher Staat stehen.
Das kleine Problem damit ist: das führt zu endlosen Vertreibungen. Die Christen in Syrien haben zum Beispiel kein geschlossenes Siedlungsgebiet, in dem sie einen eigenen Kanton gründen könnten. Und wenn sie dann massenhaft Vertreibungen zulassen, dann haben sie in Folge eben mit Revanchegelüsten zu tun. Dringender wäre es, dort endlich die rückständigen, inkompetentenn und hochkorrupten Despotien zu beseitigen. Unter deren Mißwirtschaft nichts anderes als die Lokalausgabe von Rechtsextremisten gedeiht.
dieter 4711 01.05.2016
5. 5%-Klausel muss her
Liebe Heisse Luft, bei einer funktionierenden Demokratie muß es auch kein Problem mit den Kurden geben. Die 10%-Klausel in der Türkei ist zu hoch eine 5%-Klausel wäre das Richtige in einer Demokratie.
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