Nach Sturm aufs Parlament Irakischer Regierungschef ordnet Festnahmen an

Hunderte wütende Demonstranten erstürmten das Regierungsviertel von Bagdad - nun sollen sie verhaftet werden. Die meisten setzen ihren Protest aber fort.
Sit-in auf dem Grand-Festivities-Platz in Bagdad

Sit-in auf dem Grand-Festivities-Platz in Bagdad

Foto: WISSM AL-OKILI/ REUTERS

Der irakische Premierminister Haider al-Abadi hat seine Sicherheitskräfte damit beauftragt, Demonstranten zu verhaften. Hunderte Anhänger des schiitischen Geistlichen Muktada al-Sadr hatten am Samstag den Palast in der Hauptstadt Bagdad gestürmt.

Laut Abadi wurden dabei auch Sicherheitskräfte und Abgeordnete angegriffen und Staatseigentum zerstört. Tausende Demonstranten waren zuvor in die hochgesicherte Grüne Zone rund um den Palast eingedrungen.

Dort befinden sie sich laut der Nachrichtenagentur dpa noch immer: Sie versammelten sich auf einem zentralen Platz in der Grünen Zone. Armee und Polizei verschärften in der Hauptstadt die Sicherheitsmaßnahmen.

Abadi besuchte am Sonntag das Parlament, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Sadrs Anhänger fordern Reformen und einen schärferen Kampf gegen die im Irak weit verbreitete Korruption. Sie protestierten gegen die Verschiebung einer Abstimmung im Parlament über ein Technokratenkabinett.

Seit Monaten tobt im Irak ein Konflikt um politische Reformen, die der schiitische Regierungschef Abadi zugesagt hat. Bisher werden wichtige Posten nach politischen und konfessionellen Kriterien vergeben.

vek/dpa/AP
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