Irak Regierungstruppen rücken auf antike Ruinenstadt Nimrud vor

Die historische Stätte Nimrud ist von IS-Terroristen besetzt, sie zerstörten dort antike Ruinen. Nun rücken irakische Regierungstruppen auf die mehr als 2000 Jahre alte Siedlung und auf Dörfer im Umland vor.

Nimrud (Archivbild)
AFP

Nimrud (Archivbild)


Die irakischen Regierungstruppen sind auf die antike Ruinenstadt Nimrud rund 30 Kilomter südöstlich der Stadt Mossul vorgerückt. Sie war im vergangenen Jahr von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) erobert und zerstört worden. Ziel sei zunächst die "Befreiung" zweier Dörfer im Umland, erklärte die Armee. Sie ließ dabei offen, ob sie den IS auch direkt in Nimrud angreifen will.

Nimrud war einer der berühmtesten archäologischen Fundorte im Zweistromland. Mitte April 2015 hatte der IS ein Video veröffentlicht, in dem das Ausmaß der Zerstörung in der Ausgrabungsstätte aus dem 13. Jahrhundert vor Christus gezeigt wird. Das Video ließ erahnen, dass von der Stätte am Ufer des Tigris kaum noch etwas erhalten sein dürfte.

Das eigentliche Ziel der vor gut drei Wochen gestarteten Offensive der Regierungstruppen ist die Rückeroberung der Millionenstadt Mossul vom IS. Sie ist das Machtzentrum der Terroristen im Irak. Die irkanischen Truppen haben bei der Rückeroberung Unterstützung aus dem Westen sowie von kurdischen und schiitischen Milizen.

Zeitgleich hat die Menschenrechtsorganisation Amnesty International schwere Vorwürfe gegen irakische Polizisten erhoben. Sie sollen beim Vorrücken auf Mossul mehrere Bewohner befreiter Orte gefesselt oder mit Kabeln und Gewehrkolben geschlagen haben, bevor einige erschossen worden seien. Teilweise seien ihre Leichen verstümmelt oder mit verbundenen Augen aufgefunden worden. Die Getöteten seien allesamt ohne Autopsie beerdigt worden.

IS-Kämpfer sollen zuvor hunderte Menschen im Süden Mossuls entführt haben, um sie als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen, berichtet Amnesty weiter. Ähnliche Berichte gibt es seit Beginn der Offensive Mitte Oktober auch aus anderen Vororten.

vks/AFP

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