Irak 36 Männer wegen IS-Massakers hingerichtet

Im Irak sind 36 Gefangene gehängt worden. Die Männer sollen 2014 an einem der schlimmsten Kriegsverbrechen der Terrororganisation IS nahe der Stadt Tikrit beteiligt gewesen sein.

Der Irak hat 36 Männer mit Verbindung zur Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hingerichtet. Ihnen war vorgeworfen worden, an einem IS-Massaker beteiligt gewesen zu sein, bei dem Hunderte irakische Soldaten getötet worden sind. Es gilt als eines der schlimmsten Kriegsverbrechen der Terrororganisation.

Die Verurteilten seien am Sonntagmorgen im Süden des Landes gehängt worden, sagte Justizminister Haider al-Zamli der Nachrichtenseite "Almada Press" zufolge. Auch das Staatsfernsehen berichtete. Ein Gericht in der Hauptstadt Bagdad hatte die Gefangenen im Februar zum Tode verurteilt.

Die Verurteilten sollen im Sommer 2014 in ein IS-Massaker nahe der Stadt Tikrit verwickelt gewesen sein. Die Soldaten sollen damals von der Militärbasis Camp Speicher geflohen sein und sich den Extremisten ergeben haben, die die Anlage erobert hatten.

IS veröffentlichte Propagandavideos des Massenmords

Der IS veröffentlichte später im Internet aber Bilder, die zeigen, wie die aufgereihten Soldaten erschossen wurden. Nach der Befreiung Tikrits entdeckten irakische Behörden im April mindestens 14 Massengräber, in denen Opfer der Erschießungen begraben worden waren. Einige Leichen sollen demnach auch in den Fluss Tigris geworfen worden sein.

Das Massaker hatte im Irak scharfe Kritik an Armee und Regierung ausgelöst. Angehörige der Opfer stürmten 2014 das Parlament in Bagdad und forderten, die verantwortlichen Offiziere zur Rechenschaft zu ziehen. Einige hochrangige Soldaten sollen vor dem IS geflohen sein und die unbewaffneten Rekruten zurückgelassen haben.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International ist der Irak eines der Länder mit den meisten Hinrichtungen weltweit - neben China, Iran, Saudi-Arabien und den USA.

gru/dpa/AP