Irak Schwerster Selbstmordanschlag seit Wochen

Die irakische Hauptstadt kommt weiter nicht zur Ruhe: In Abu Ghureib bei Bagdad sind am Sonntag mindestens 21 Menschen getötet worden. Der Attentäter trug nach Angaben der Polizei eine Weste mit Sprengstoff, die er bei einem festlichen Abendessen zündete.

Bagdad - Der Anschlag habe sich in Abu Ghureib bei Bagdad gegen 20.30 Uhr Ortszeit ereignet, berichtete die BBC unter Berufung auf einen Mitarbeiter des irakischen Innenministeriums. Wie der britische Fernsehsender weiter unter Berufung auf die Polizei berichtete, wurden mindestens 21 Menschen getötet und 29 Menschen verletzt, als der Attentäter auf einem Fest in Bagdads westlichem Vorort seine Sprengstoffweste zündete.

Der jetzige Anschlag galt höchstwahrscheinlich einer der Führungspersonen der sunnitischen "Erweckungsverbände" (Sahwa). Das Abendessen wurde von einem lokalen Chef der sogenannten Sahwa-Miliz veranstaltet, in dem frühere irakische Aufständische zusammengeschlossen sind. Der Stammesfürst wollte die Entlassung seines Sohnes aus US-Gefangenschaft feiern.

Diese Miliz hat es sich zur Aufgabe gemacht, den irakischen Ableger des internationalen Terrornetzwerks al-Qaida zu bekämpfen. Al-Qaida habe wiederholt mit Anschlägen auf die Mitglieder dieser sunnitischen Gruppierung gedroht, da sie von den USA finanziert und unterstützt werde.

Immer deutlicher zeichnet sich damit im Irak eine Front zwischen sunnitischen Stammesfürsten und Qaida-Verbänden ab. Immer öfter werden die Erweckungsverbände Opfer von Selbstmordattentätern. Bereits vor einer Woche riss ein Selbstmordattentäter Faruk al-Obeidi, dem Anführer des Erweckungsrats, sowie 14 weitere Menschen in den Tod.

AFP/AP/Reuters/dpa

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