Irak-Studie Immer mehr US-Soldaten leiden an Angstsymptomen

Die Führung der US-Armee ist alarmiert: Neue Untersuchungen zeigen, dass immer mehr Soldaten an psychischen Problemen leiden. Mit jedem Einsatz im Krisengebiet Irak wächst die Wahrscheinlichkeit, an Angst- und Stresszuständen zu erkranken.


Washington - US-Soldaten, die mehrfach im Irak eingesetzt werden, leiden nach einem Bericht der "New York Times" auffallend häufig unter Stress- und Angstsymptomen. Mehr als ein Viertel der Soldaten, die drei- oder viermal an die Front kommen, zeigen "Anzeichen von Ängsten, Depression oder akutem Stress", ergaben Untersuchungen der US-Armee. Die Führung der Streitkräfte sei besorgt, heißt es in dem Bericht weiter.

US-Soldat, Zivilisten in Bagdad: Immer den Finger am Abzug
REUTERS

US-Soldat, Zivilisten in Bagdad: Immer den Finger am Abzug

Zugleich berichteten US-Medien, US-Präsident George W. Bush wolle vermutlich bereits in Kürze die Einsatzdauer der Soldaten im Irak von derzeit 15 auf 12 Monate senken. Dies stehe auch in Zusammenhang mit den Plänen der Militärs, die Truppenstärke in Afghanistan möglicherweise zu erhöhen.

Die Frage der psychischen Belastungen für die Truppe werde Thema sein, wenn der US-Oberbefehlshaber im Irak, General David Petraeus, diese Woche Bush in Washington trifft und vor dem US-Kongress über die Lage im Irak informiert. Dem Vernehmen nach habe Bush die Absicht, den Vorschlägen des Generals zu folgen und die Truppenstärke nach dem bereits beschlossenen Abzug von 30.000 Mann bis zum Sommer nicht weiter zu reduzieren. Dies würde bedeuten, dass nach wie vor etwa 140.000 US-Soldaten im Irak bleiben sollen, meldet die "New York Times".

Seit der Invasion im März 2003 haben nach "NYT"-Informationen rund 513.000 US-Soldaten im Irak gedient, mehr als 197.000 waren mehrfach im Zweistromland, 53.000 Soldaten seien mindestens drei Mal in den Irak geschickt worden. Der Anteil der Soldaten, der mehrfach an die Front kommt, müsse in den nächsten Monaten weiter erhöht werden, schreibt das Blatt unter Berufung auf Militärs.

27 Prozent der Soldaten hätten nach dem dritten oder vierten Einsatz Angst- und Stresssymptome. Nach dem zweiten Irak-Aufenthalt seien rund 18 Prozent betroffen, nach dem ersten Einsatz etwa zwölf Prozent.



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