Irak Sunniten wollen Wahlergebnis anfechten

Die Chefs der sunnitischen Konsensfront wollen das Ergebnis der Wahlen im Irak nicht anerkennen. Das Bündnis warf der Wahlkommission Fälschung vor.


Bagdad/Kairo - "Wir fechten das Ergebnis an", kündigten die Anführer der Konsensfront in Bagdad an. Es sei nicht möglich, dass die Schiiten-Allianz der religiösen Parteien in der Hauptstadt tatsächlich die absolute Mehrheit erhalten habe.

Die irakische Konsensfront ist eines von insgesamt zwei großen sunnitischen Wahlbündnissen, die sich an der Wahl vom vergangenen Donnerstag beteiligt hatten. Ihr gehören die Islamische Partei, der Allgemeine Rat für das Irakische Volk unter Adnan al-Dulaimi und der Irakische Nationale Rat für Dialog an.

Unklar ist noch, wie das noch radikaler gegen die Übergangsregierung eingestellte zweite Sunniten- Bündnis unter Saleh al-Mutlak auf das Wahlergebnis reagieren wird. Alle Sunniten-Parteien fordern ein "Ende der Besatzung".

Der Vorsitzende der Wahlkommission hatte gestern bekannt gegeben, mehr als 80 Prozent der Stimmen in 11 von 18 Provinzen seien bereits ausgezählt. Danach habe die religiöse Schiiten-Allianz in den Südprovinzen die meisten Stimmen erhalten und in Bagdad 52 Prozent erzielt. Die Konsensfront habe in der Hauptstadt 18 Prozent erhalten. Die Sunniten forderten eine Wiederholung der Wahl in Bagdad.

Es wird befürchtet, dass die Ablehnung des Ergebnisses durch die Sunniten, die sich erstmals seit dem Sturz des Regimes an einer Wahl beteiligt hatten, zu einer Eskalation der Gewalt führen könnte.

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