Irak Tote bei regierungskritischen Protesten in Bagdad

Ursprünglich ging es um Korruption und Arbeitslosigkeit. Inzwischen richten sich die Demonstrationen im Irak gegen politische und religiöse Eliten. Jetzt wurden in Bagdad erneut Protestierende getötet.

Demonstranten in Bagdad: Etwa 240 Tote seit Beginn der Proteste
Hadi Mizban/AP

Demonstranten in Bagdad: Etwa 240 Tote seit Beginn der Proteste


In der irakischen Hauptstadt Bagdad sind bei neuen regierungskritischen Protesten mehrere Menschen getötet worden. Die Nachrichtenagentur AFP berichtet unter Berufung auf die irakische Menschenrechtskommission von fünf Toten.

Die Nachrichtenagentur Reuters hingegen meldet mindestens zwei Tote; sie beruft sich auf Rettungs- und Sicherheitskräfte. Demnach seien weitere 112 Menschen verletzt worden.

In den vergangenen Tagen waren in Bagdad viele Demonstranten durch Tränengasgranaten der Polizei schwer verletzt worden. Seit Beginn der

Proteste

Anfang des Monats wurden mittlerweile knapp 240 Menschen getötet.

Angesichts der andauernden Besetzung des Bagdader Tahrir-Platzes durch Tausende Demonstranten verhängte die irakische Armee am Montag eine nächtliche Ausgangssperre für die Hauptstadt. Diese gelte "bis auf weitere Anordnung" für die Zeit von Mitternacht bis 6.00 Uhr, hieß es in einer Mitteilung der Armee.

Hadi Mizban/AP

Studenten und Schüler setzten ihre Proteste in Bagdad und in mehreren Städten im Süden des Landes fort. Die Hochschul- und Schulgewerkschaft in der 180 Kilometer südlich von Bagdad gelegenen Stadt Diwanija rief zu einem zehntägigen Streik bis zum Rücktritt der Regierung von Ministerpräsident Adel Abdel Mahdi auf. Tausende Studenten und Professoren folgten dem Aufruf.

Regierung droht mit "schweren Strafen"

Die Regierung hatte Studenten und Schüler zuvor vor der Teilnahme an den Protesten gewarnt. Ein Regierungssprecher drohte mit "schwerer Strafe" im Fall neuer Protestaktionen.

Auslöser der Proteste war ursprünglich neben Korruption und hoher Arbeitslosigkeit die schlechte Strom- und Wasserversorgung im Land. Inzwischen richten sich die Proteste aber zunehmend gegen die politische und religiöse Elite des Landes.

asa/AFP/Reuters

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