Irak Dutzende türkische Arbeiter in Bagdad entführt

In der irakischen Hauptstadt sind laut Innenministerium mindestens 16 Türken entführt worden. Die Angestellten einer Baufirma wurden demnach von maskierten Männern in Pick-up-Wagen verschleppt.


Dutzende Angestellte einer türkischen Baufirma sind in der irakischen Hauptstadt Bagdad entführt worden. Sie seien von schwarz gekleideten, maskierten Männern in Pick-up-Wagen verschleppt worden, sagte ein Polizeioberst. Die genaue Zahl der Entführungsopfer ist jedoch unklar: Das Innenministerium spricht von 18 Opfern, laut Polizei sind es mindestens 17. Die Baufirma errichtet im nördlichen Stadtteil Sadr City ein Fußballstadion.

Laut Sicherheitskräften hätten die Kidnapper am frühen Mittwochmorgen den Ort gestürmt, an dem die Arbeiter in Wohnwagen schliefen. Über die Identität der Täter oder deren Motive ist bisher nichts bekannt.

Im vergangenen Jahr wurden 46 Türken von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Mossul entführt. Nach drei Monaten Gefangenschaft wurden sie unverletzt wieder freigelassen. Die Türkei startete zuletzt Angriffe auf die IS-Kämpfer in Syrien und unterstützt damit die US-geführte Allianz im Kampf gegen den islamistischen Terror.

vek/AP/Reuters/AFP

insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
m.gu 02.09.2015
1. Vermutlich der IS steckt dahinter
Schrecklich, aber nun wurden auch Türken entführt. Das Doppelspiel des Herrn Erdogan hat nun vielleicht ein Ende gefunden. Wer 2 Jahre lang die Barbaren des IS nachweisbar unterstützt hat, siehe Quelle:"Roth: Türkei betreibt dreckige Politik." Jetzt werden die Waffen, die die Türkei an den IS geliefert hat nach und nach gegen die Türkei eingesetzt. Vielleicht verhinderten die vernünftigen Türken, die eintreten für Menschlichkeit und mehr Demokratie in der Republik Türkei, die Machtergreifung des Herrn Erdogan in noch größerem Stil. Lesen Sie Quelle: "Der Präsident, der gern Diktator wäre."
Faceoff 02.09.2015
2. Skurril
Zitat: "Die Baufirma errichtet im nördlichen Stadtteil Sadr City ein Fußballstadion." Eines muss man anerkennen: Die irakische Führung setzt klare Prioritäten ... . Keine Sicherheit (nicht mal in der Hauptstadt, wie man sieht), kaum funktionierende Infrastruktur, bedeutende Teile des Landes außerhalb der Regierungskontrolle, Flüchtlingsströme im Land, usw., aber es wird ein Fußballstadion errichtet. Vielleicht gibt es ja irgendeine Sachlage, die das Projekt doch sinnvoll macht. Aber auf den ersten Blick wirkt dieses Bauvorhaben in der aktuellen chaotischen Situation des Irak reichlich skurril.
marillion83 02.09.2015
3. Am 1. November
sind Wahlen in der Türkei. Ich würde mich nicht wundern, wenn eine Woche vor der Wahl die Entführten wieder freikämen und Erdogan mit seinen AKP-Jüngern sich dafür feiern ließe. Ach ja, das würde auch noch ein paar Prozentpunkte bringen. Diesem heimlichen IS-Sympathisanten ist alles zuzutrauen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.