Irak Uno bittet um Hilfe für vier Millionen Flüchtlinge

Im kriegs- und terrorgeschüttelten Irak haben vier Millionen Menschen ihre Heimat verlassen. Die eine Hälfte ist im eigenen Land auf der Flucht, die andere sonst wo in der Welt. Die Vereinten Nationen rufen nun die internationale Gemeinschaft zu dringender Hilfe auf.


Genf - Niemand könne seine Augen verschließen vor der menschlichen Dimension des Konflikts im Irak, sagte Uno-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres heute bei der Eröffnung einer zweitägigen Konferenz für Irak-Flüchtlinge in Genf. Von der größten Flüchtlingskrise im Nahen Osten seit über 50 Jahren ist Guterres zufolge jeder achte Iraker betroffen: Rund 1,9 Millionen sind Vertriebene im eigenen Land, zwei weitere Millionen Männer, Frauen und Kinder flohen ins benachbarte Ausland.

Flüchtlinge in einem Lager in Mossul: Vier Millionen Menschen haben ihre Heimat verlassen
REUTERS

Flüchtlinge in einem Lager in Mossul: Vier Millionen Menschen haben ihre Heimat verlassen

Doch auch Iraker, die an ihren Wohnorten verblieben sind, brauchen den Vereinten Nationen zufolge dringend Unterstützung. Nach Schätzungen von Uno-Hilfskoordinator John Holmes sind bis zu acht Millionen Zivilisten zusätzlich auf Hilfe angewiesen.

Guterres forderte "finanzielle, wirtschaftliche und technische Unterstützung, aber auch erweiterte Neuansiedlungsmöglichkeiten für besonders schutzbedürftige Personengruppen".

Bei dem Treffen, an dem Vertreter von über 60 Staaten teilnehmen, handelt es sich zwar nicht um eine Geberkonferenz. Die Vereinten Nationen hoffen jedoch, dass die Konferenz westliche Staaten dazu bewegt, finanzielle Hilfen aufzustocken und mehr irakische Asylsuchende aufzunehmen.

Guterres betonte, die Nachbarländer, aber auch die anderen Staaten sollten ihre Grenzen für irakische Flüchtlinge offen halten und niemanden in eine Gefahrenlage abschieben. Eine dauerhafte Integration in die asylgewährenden Länder sehe er aber nicht als eine Lösung. Vielmehr sei eine freiwillige Rückkehr in Sicherheit und Würde anzustreben, wenn die Bedingungen hierzu gegeben seien.

ler/Reuters



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