Kerry in Bagdad Irak soll Irans Waffenflüge nach Syrien stoppen

US-Politiker debattieren seit Jahren über die Zukunft des Irak - ohne je selbst dort gewesen zu sein. Jetzt ist John Kerry überraschend nach Bagdad gereist. Einem US-Vertreter zufolge will der Außenminister den irakischen Regierungschef dazu bringen, iranische Waffenflüge nach Syrien zu stoppen.

John Kerry (rechts) mit Nuri al-Maliki: Gespräch über Waffenschmuggel-Flüge?
REUTERS

John Kerry (rechts) mit Nuri al-Maliki: Gespräch über Waffenschmuggel-Flüge?


Bagdad - US-Präsident Barack Obama hat seinen Außenminister mit einer nahezu aussichtslosen Mission betraut: John Kerry soll den Friedensprozess in Nahost vorantreiben. Kerry, der dazu mit seinem Chef zu Besuch in Israel war, nutzte die Gelegenheit: Am Sonntag reiste er unangekündigt nach Irak und traf in Bagdad ein.

Dort hat das US-Außenministerium Gespräche mit dem irakischen Regierungschef Nuri al-Maliki geplant sowie mit Parlamentspräsident Osama al-Nudschaifi. Auf der Agenda dürfte vor allem der Bürgerkrieg in Syrien stehen, bei dem Kerry seine irakischen Partner um eine bessere Zusammenarbeit bitten könnte.

Einem mitreisenden US-Vertreter zufolge wollte sich Kerry "sehr direkt" zu Flügen iranischer Maschinen über irakisches Territorium äußern, die Waffen für die Führung in Syrien enthalten könnten. Kerry sei davon überzeugt, dass die Flugzeuge "Waffen und Kämpfer an Bord haben und das ist gefährlich für den Irak", sagte der US-Vertreter, der anonym bleiben wollte. Demnach gehen die USA davon aus, dass solche Transportflüge täglich stattfinden, um den syrischen Machthabers Baschar al-Assad zu unterstützen.

Der Iran ist der engste Verbündete Assads, dessen Truppen seit nunmehr zwei Jahren gegen aufständische Gruppen im Land kämpfen. Dem US-Vertreter zufolge habe die irakische Regierung seit Juli lediglich zwei dieser Flüge untersucht. Bisher haben irakische Behörden dementiert, dass solche Transfers vom Iran nach Syrien tatsächlich stattfinden würden.

Abbas al-Bayati sagte: "Wir haben unsere Pflicht getan, indem wir stichprobenartig einige iranische Flüge inspiziert haben", so das Mitglied des Sicherheits- und Verteidigungskommitees im Parlament. "Wir haben dort keine geschmuggelten Waffen entdeckt." Sollte die USA mehr von der irakischen Regierung fordern, so Bayati, müsse sie mehr Informationen über die Vorgänge aus dem Iran preisgeben.

Kerry ist aber nicht nur wegen der Waffentransporte in den Irak gereist: Bei seinem Besuch im Bagdad will er nach Angabgen des US-Vertreters zudem die schiitisch geprägte irakische Führung auffordern, sich um die Belange der sunnitischen Minderheit zu kümmern. Seit Monaten wird der Irak wird seit Monaten von Protesten von Sunniten beherrscht. Es war der erste Besuch eines US-Chefdiplomaten, seit die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton den Irak im April 2009 besucht hatte.

cib/AFP

insgesamt 108 Beiträge
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Thomas-Melber-Stuttgart 24.03.2013
1. Vorschlag!
Zitat von sysopREUTERSUS-Politiker debattieren seit Jahren über die Zukunft des Irak - ohne je selbst dort gewesen zu sein. Jetzt ist John Kerry überraschend nach Bagdad gereist. Einem US-Vertreter zufolge will der Außenminister den irakischen Regierungschef dazu bringen, iranische Waffenflüge nach Syrien zu stoppen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/irak-us-aussenminister-kerry-reist-zu-ueberraschungsbesuch-nach-bagdad-a-890643.html
Vielleicht sollte man die Irakis fragen, wie sie sich denn ihre Zukunft vorstellen statt das von Dritten am grünen Tisch auswürfeln zu lassen.
seneca55 24.03.2013
2. Kerry Ketchup fordert Loyalität zu USA ein?
Gerade Jerusalem, vorher Ankara und Kairo und heute Bagdad? Der US-Multi-Milliardär und Außenminister Kerry will MP Maliki einnorden, dass die irak. Shiiten mehr Sorge für die Minderheit der Sunniten im Tragen sollen, die zwar gnadenlos die Shiiten auf ihren Pilgerpfaden wegbomben, aber die Verbündten der Saudis in Irak sind. Ob Maliki und Konsorten Kerry Ketchup's Aufforderungen Folge leisten ist eher unwahrscheinlich, derwil im April Parlamentswahlen im IRAK sind und Maliki bestimmt nicht als Marionette der Siegermacht USA im Volk gelten will; denn die lieben Amis sind allseits verhßt bei den Irakern. Vielleicht droht Kerry mit Drohnen gegen die Shiiten, um sie zur Loyalität gegenüber der USA zu zwingen, alles ist möglich.
b5200 24.03.2013
3. Irak hatte Pech...
... viel Erdöl zu haben. Einige Foristen werden jetzt wieder mit den Augen rollen... Aber es geht um den Zugang zum Erdöl. Der grösste US Botschaftskomplex der Welt ist in Bagdad. Das sieht nicht nach temporär aus. Es ist nun jedem bekannt, dass der Irak unter dem Vorwand fabrizierter Dokumente über Massenvernichtungswaffen der Geheimdienste besetzt wurde. Diese beiden Fakten allein sprechen schon für sich. Eine Internetrecherche zu diesem und ähnlichen Themen bringt noch andere für die US nicht schmeichelhafte Informationen zu Tage...
freeiraq 24.03.2013
4. Sunniten Schiiten Problem, das ist ein Märchen!!!
Ich bin erschüttert und geschockt das hier die meisten denken , das Problem sei die Konfessionen im Irak. Ich bin selber Iraker und schau mir die Nachrichten über ein irakischen Sender und die Wahrheit sieht anders aus! Im Süden des Iraks, schiitisches Gebiet wird auch demonstriert. Die Schiiten haben dort kein sauberes Wasser, die Pest ist dort Vorhanden, viele hungrige Menschen. Keine Infrastruktur gar nichts! Die Sunniten im Westen Iraks bekämpfen die Al Qaida, das ist bekannt weil die Amerikaner damals darum gebeten haben. Derzeit herrscht seid 2 Jahren täglich Demonstrationen überall im Irak, auch bei den Schiiten. Al Maliki schickt die irakische Armee auf die Demonstranten und schießt auf die unbewaffneten Menschen! Anstatt die Grenzen zu kontrollieren. Al Maliki ist ein korrupter Verbrecher der Bombenanschläge verordnet und finanziert gegen die Schiiten um sich über Wasser zu halten. Die ganze Bevölkerung und die ganze Infrastruktur des Landes versinkt obwohl es am Geld nicht liegen mag. Al Maliki wird vom Iran unterstützt gegen alle Iraker. Sowohl die Schiiten auch die Sunniten leiden darunter. Maliki zuckt die Karte, die Sunniten sind Terroristen weil Sie um ihre Rechte demonstrieren und die Schiiten auch. Jetzt hat Al Maliki alle Städte des Iraks blockiert, mit der schießwütigen Armee. Sunniten und Schiiten das ist ein erfundenes Klischee. Die Regierung will Probleme schüren um an der Macht zu sein, damit die Iraker ihre Rechte nicht bekommen dürfen. Die Bombenanschläge sind bewusst gewollt. Das ist ein Verbrecher und die Medien hier lügen und lügen. Ich habe verwandte im Irak und ich weiß wie Sie leben. Ich selber Schiite meine Verwandten sind Schiiten, Sie werden nicht Unterstützt viele leben in ein "Pappkarton" Lebensmittel teuer Beniz teuer, volltanken 50 $ (Ölstaat) wenn er die Schiiten unterstütz würde man sagen, okey aber das ist nicht der Fall. Die Wahrheit sieht anders aus. Diese Terroristenkarte ist gelogen, die Sunniten im Irak hatten nie was mit Terrorismus zu tun gehabt, auch damals als Saddam regierte. Die Sunniten bekämpfen die Terroristen weil die Regierung sich ein Dreck drum kümmert und selber die Terroristen fördert. Man braucht kein Hellseher zu sein, die irakische Regierung profitiert kein irakischer Bürger hat was davon. Im Irak herrscht die Pest, das war noch nie so. Ein Ölstaat, Voll tanken 50 $ viele Arme hauptsächlich im Süden, die Schiiten. Überall 1 Stunde Strom mehr nicht. Wasser ist verseucht, entweder mit Ratten oder im Süden mit Uran. Jetzt die Frage was hat die Regierung seid 10 Jahren im Irak gemacht? Gar nichts Zero, Sie fördern das töten, wollen spalten und an die Macht bleiben. Leben in der so genannten Grüne Zone, Hohe Mauer, Strom Wasser und Frieden, ein Paradies für alle Iraker aber dort kommt keiner rein, außer die Reichen und die Verbrecher, die Regierung!!!!
uspae2007 24.03.2013
5. sicher
Zitat von sysopREUTERSUS-Politiker debattieren seit Jahren über die Zukunft des Irak - ohne je selbst dort gewesen zu sein. Jetzt ist John Kerry überraschend nach Bagdad gereist. Einem US-Vertreter zufolge will der Außenminister den irakischen Regierungschef dazu bringen, iranische Waffenflüge nach Syrien zu stoppen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/irak-us-aussenminister-kerry-reist-zu-ueberraschungsbesuch-nach-bagdad-a-890643.html
[QUOTE=sysop;12335769]US-Politiker debattieren seit Jahren über die Zukunft des Irak - ohne je selbst dort gewesen zu sein. Jetzt ist John Kerry überraschend nach Bagdad gereist. Einem US-Vertreter zufolge will der Außenminister den irakischen Regierungschef dazu bringen, iranische Waffenflüge nach Syrien zu stoppen. was hat der Amerikaner schon wieder da unter zu tun ? Ein paar hunderttausend Tote reichen wohl nicht ?
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