Irak US-Bürgerinitiative startet Foto-Offensive gegen Folter-Bilder

Mit Versöhnungsbotschaften wollen etwa 2000 Amerikaner den Menschen im Irak ein freundlicheres Bild der USA vermitteln. Unter den Aktivisten ist auch der Vater des von Terroristen ermordeten Geschäftsmanns Nicholas Berg. Doch auch heute kam es wieder zu Attacken auf US-Soldaten, Hotels, christliche Kirchen und ein Krankenhaus.

Berlin - Die Aktion der Bürgerinitiative soll den Aufnahmen folternder US-Soldaten im Gefängnis von Abu Ghraib etwas entgegensetzen, sagte die Initiatorin der Aktion, Kaia Svien der Nachrichtenagentur AP. Angesichts der verheerenden Macht der Folterbilder, die in der ganzen islamischen Welt inzwischen zu Ikonographien des Horrors geworden sind, habe sie sich gefragt: "Können wir Fotos nicht auf eine andere Weise benutzen, um darauf zu antworten? Vielleicht können wir zeigen, wie Amerikaner wirklich sind."

Inzwischen seien 400 Fotos aus 100 verschiedenen Städten zusammengekommen, auf denen insgesamt 2000 Amerikaner den Irakern ihre Sympathie bekunden und auch oft das Besatzungsregime der USA im Irak bedauern. Auch der Vater des im Irak ermordeten Geschäftsmanns Nicholas Berg, der als erster Amerikaner im Irak von Terroristen enthauptet worden war, schickte ein Selbstportrait ein. Er hält ein Schild mit der Aufschrift: "Ich bin beschämt über den gewaltigen Schaden, den meine Regierung dem amerikanischen Volk zugefügt hat." Berg hatte nach der Ermordung seines Sohnes der US-Regierung eine Mitverantwortung für den grausamen Tod seines Sohnes vorgehalten. Die auf CD gebrannten Sympathie-Bilder sollen in der kommenden Woche an Fernsehsender und andere Medien verteilt werden, deren Nachrichten die Iraker erreichen.

Neue Welle der Gewalt

Unterdessen ist es im Irak zu weiteren terroristischen Anschlägen gekommen. Betroffen waren unter anderem fünf christliche Kirchen in Bagdad. Bereits im Sommer standen die christliche Minderheit - 750.000 Christen leben im Irak - im Zentrum islamistischer Angriffe. Während damals Dutzende getötet wurden, blieb es heute nacht bei Sachschaden durch Bomben.

In Mossul erlag ein US-Soldat nach einem Autobombenanschlag seinen Verletzungen. Und in Bagdad starb bei einem Granatenangriff auf ein Krankenhaus ein Sanitäter, drei weitere wurden verletzt. Eine Granate traf außerdem den Garten des Mansour-Hotels im Zentrum der Hauptstadt. In dem Hotel sind mehrere Nachrichtenagenturen unterbracht, es wird vor allem von ausländischen Journalisten genutzt. Ein Hotel-Mitarbeiter wurde getötet, drei weitere verletzt. Die Granate verfehlte das Hotel nur knapp. "Gottseidank landete sie im Garten. Wir hätten hier sonst viel mehr Opfer gehabt" sagte ein Hotel-Mitarbeiter.

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