Kampf gegen "Islamischen Staat" im Irak US-Luftschläge gegen Terroristen ohne großen Erfolg

Die US-Armee fliegt weitere Luftschläge gegen Kontrollposten und Fahrzeuge der IS-Dschihadisten im Nordirak. Doch deren Vormarsch scheint damit nicht gestoppt.
Kampf gegen "Islamischen Staat" im Irak: US-Luftschläge gegen Terroristen ohne großen Erfolg

Kampf gegen "Islamischen Staat" im Irak: US-Luftschläge gegen Terroristen ohne großen Erfolg

Foto: REUTERS/ U.S. Navy

Bagdad/Washington - Die USA haben weitere Luftangriffe gegen den "Islamischen Staat" (IS) im Nordirak geflogen, ohne die Terrormiliz stoppen zu können. Nach offiziellen Angaben der Streitkräfte griffen Kampfjets vier IS-Kontrollposten sowie Fahrzeuge der Extremisten nahe des Sindschar-Gebirges an. Dorthin sind Zehntausende Angehörige verfolgter Minderheiten vor den IS-Terroristen geflohen.

Die US-Militärs sprachen von erfolgreichen Operationen, obwohl die Miliz wohl nicht einmal ernsthaft geschwächt sei. Ein Sprecher der US-Regierung sagte: "Ich kann nicht sagen, dass wir die Dynamik tatsächlich eingedämmt oder gebrochen hätten." Unter den getroffenen Fahrzeugen seien auch Schützenpanzer, hieß es. Alle US-Jets seien sicher zurückgekehrt.

Neben Luftschlägen hat Washingtons Militär zum fünften Mal die Flüchtlinge im Sindschar-Gebirge mit Lebensmitteln und Wasser versorgt. Das teilte das US-Zentralkommando in Tampa im Bundesstaat Florida mit. Washington stärkt die Kurden im Nordirak mit Waffenlieferungen für den Kampf gegen den Terrormiliz. Die Lieferungen seien bereits vergangene Woche begonnen worden, sagte eine Sprecherin im US-Außenamt dem Sender CNN. Die USA schicken zudem Katastrophenhelfer, um Zehntausende Flüchtlinge mit Wasser, Lebensmitteln und Unterkünften zu versorgen.

Uno-Generalsekretär lobt designierten Regierungschef

Unterdessen stellte sich US-Präsident Barack Obama im irakischen Machtkampf klar hinter den designierten Ministerpräsidenten Haidar al-Abadi. Dessen Nominierung sei "ein hoffnungsvoller Schritt", sagte Obama am Montag. Amtsinhaber Nuri al-Maliki, der sich weigert, sein Amt abzugeben, erwähnte Obama dagegen mit keinem Wort. Er forderte alle politischen Fraktionen auf, die anstehenden Fragen friedlich zu lösen. Auch Uno-Generalsekretär lobte, dass es Bewegung in der irakischen Machtfrage gibt. "Das irakische Volk verdient es, in einem sicheren, blühenden und stabilen Land zu leben - einem, das alle Iraker, gleich welcher Religion und Volkszugehörigkeit, respektiert", sagte Ban Ki Moon.

Maliki weigert sich jedoch weiterhin, die Macht abzugeben. Die Entscheidung von Präsident Fuad Massum, Malikis möglichen Nachfolger Abadi mit der Regierungsbildung zu beauftragen, sei ein Verfassungsbruch, sagte Maliki laut der Nachrichtenseite "al-Sumeria" in einer Fernsehansprache. Der einzige Kandidat für eine Regierungsbildung sei er selbst. Den USA warf er vor, bei der Rechtsbeugung mitzuwirken. Maliki hatte am Sonntagabend Sicherheitskräfte an wichtigen Stellen in Bagdad positionieren lassen, um seinen Machtanspruch zu untermauern.

Staatschef Massum hatte am Montag den schiitischen Politiker Abadi gegen den Willen Malikis mit der Regierungsbildung beauftragt. Maliki und Abadi gehören derselben Partei an. Maliki möchte selbst für eine weitere Amtsperiode wiedergewählt werden.

kes/dpa
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