Irak US-Militärs lassen 1000 Gefangene frei

Rund 1000 von den US-Streikräften in Abu Ghraib festgehaltene Iraker sind wieder frei. Die Amerikaner entließen die vornehmlich sunnitischen, ohne Anklage seit Monaten festgehaltenen Gefangenen auf Drängen der irakischen Regierung.


Gefängnis Abu Ghraib: Unter amerikanischer Kontrolle
AFP

Gefängnis Abu Ghraib: Unter amerikanischer Kontrolle

Bagdad - Auf irakische Forderungen hin haben die US-Streitkräfte fast 1.000 Gefangene aus dem Gefängnis Abu Ghraib bei Bagdad entlassen. Das teilte das amerikanische Militär am Samstag mit. Vertreter der sunnitischen Minderheit hatten gefordert, tausende Häftlinge zu entlassen, die seit Monaten ohne Anklage in dem Gefängnis einsitzen.

Die US-Streitkräfte erklärten, die freigelassenen Gefangenen hätten sich nicht schwerer Straftaten wie Bombenanschläge, Folter, Entführung oder Mord schuldig gemacht, jeder Gewalt abgeschworen und "gelobt, gute Bürger eines demokratischen Iraks zu sein". Ihre Entlassung sei ein bedeutendes Ereignis auf dem Weg zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Sie belegte auch das Engagement der irakischen Regierung, Sicherheit und zugleich Gerechtigkeit für alle Iraker herzustellen.

Der sunnitische Verhandlungsführer im Verfassungskonvent, Saleh al Mutlak, hatte am Donnerstag nach einem Treffen mit Staatspräsident Dschalal Talabani, gesagt, hunderte Gefangene sollten vor dem für den 15. Oktober geplanten Referendum über die Verfassung freigelassen werden. Bei den meisten handele es sich um Sunniten.

Im Irak wird seit Monaten um den Entwurf für eine irakische Verfassung gerungen. Die Sunniten haben Änderungen an dem von Kurden und Schiiten vorgelegten Entwurf gefordert. Jüngsten Angaben zufolge zeichnete sich aber nun doch eine Einigung ab, so dass der Text im Oktober zur Abstimmung vorgelegt werden kann.

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