Irak US-Regierung erwägt Truppenverstärkung

Offiziell will US-Präsident Bush erst im kommenden Jahr über eine neue Irak-Strategie entscheiden. Einem Zeitungsbericht zufolge plant die US-Regierung eine Verstärkung ihrer Truppen in dem Land. Die zusätzlichen Kräfte sollen in Bagdad eingesetzt werden.


New York - Einem Bericht der "New York Times" zufolge will die US-Regierung ihre Truppen im Irak um 17.000 bis 20.000 Soldaten erhöhen. Die meisten der zusätzlichen Kräfte sollten voraussichtlich in der Hauptstadt Bagdad und deren Umgebung eingesetzt werden, schrieb das Blatt unter Berufung auf Vertreter des US-Verteidigungsministeriums.

Diese Option sei bei den Beratungen von Präsident George W. Bush mit Kabinettsmitgliedern und Sicherheitsberatern auf seiner Ranch im texanischen Crawford diskutiert worden und habe sich als wahrscheinlicher Kurs herauskristallisiert.

Bush hatte nach dem Treffen am Donnerstag gesagt, die Ausarbeitung einer neuen Irak-Strategie mache gute Fortschritte. Es seien aber noch weitere Beratungen nötig, in die auch der Kongress eingebunden werden solle. An dem Treffen in Crawford nahmen Vizepräsident Dick Cheney, Verteidigungsminister Robert Gates, Außenministerin Condoleezza Rice, Generalstabschef Peter Pace und Sicherheitsberater Stephen Hadley teil.

Bush steht wegen der anhaltenden Gewalt in dem Golfstaat unter Druck, eine neue Strategie für den Irak vorzulegen. Eine Aufstockung der US-Truppen, um die Lage in den Griff zu bekommen, ist innenpolitisch umstritten. Eine Einbindung Syriens und Irans in die Lösung der Irak-Krise, wie von der unabhängigen Kommission um Ex-Außenminister James Baker empfohlen, lehnt die Bush-Regierung ab.

hen/Reuters

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