Irak US-Soldat wegen Tötung eines verletzten Irakers verurteilt

Weil er einen schwer verletzten irakischen Jugendlichen erschoss, wurde ein US-Soldat zu drei Jahren Haft und der unehrenhaften Entlassung aus dem Militärdienst verurteilt. Das teilten die US-Streitkräfte heute in Bagdad mit.

Bagdad - Bereits gestern hatte der der 30-Jährige Soldat zugegeben, gemeinsam mit einem Kameraden einen 16-jährigen Iraker erschossen zu haben, den er am 18. August nach Kämpfen im Bagdader Stadtteil Sadr mit schweren Bauchverletzungen in einem brennenden Lastwagen entdeckt hatte. Ein Militärermittler sagte während des Verfahrens aus, die beiden Soldaten hätten dem Leiden des Jugendlichen ein Ende setzen wollen. Er habe ihm den Gnadenschuss geben wollen, begründete der US-Soldat selbst seine Tat. Außer zu der Haftstrafe verurteilte ihn das Militärgericht zu einer Degradierung in den Rang eines einfachen Gefreiten und entließ ihn unehrenhaften aus der Armee.

Anfang der Woche hatten die US-Streitkräfte einen weiteren, vergleichbaren Fall bekannt gegeben: Ein mittlerweile nach Deutschland zurück verlegter Soldat ist angeklagt, am 21. Mai bei einem Kampfeinsatz südlich von Bagdad einen Iraker erschossen zu haben, der zuvor bereits schwere Kopfverletzungen erlitten hatte. Auch hier machte die Verteidigung geltend, der Soldat habe das Opfer von seinen Qualen erlösen wollen. Die Anhörung war in Bagdad eröffnet und im Juli in Hanau fortgesetzt worden, nachdem die 1. Panzerdivision zurück nach Deutschland verlegt worden war. Verhandlungsort und -datum stehen noch nicht fest.

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