Irak US-Soldaten auf der Suche nach Saddams DNS

Das Pentagon ist offenbar der Ansicht, Saddam Hussein bei einem Raketenangriff auf einen Konvoi im Irak getötet zu haben. Amerikanische Spezialisten sollen die Vermutung jetzt durch DNS-Tests bestätigen.


Saddam Hussein: Bereits ein toter Mann?
AP

Saddam Hussein: Bereits ein toter Mann?

London - US-Soldaten sollen nach einem Bericht der Londoner Sonntagszeitung "Observer" in der vergangenen Woche Raketen des Typs "Hellfire" auf einen Konvoi abgefeuert haben, in dem sie den gestürzten irakischen Machthaber Saddam Hussein und mindestens einen seiner Söhne vermuteten. Der Zwischenfall ereignete sich dem Bericht zufolge im Westen des Irak nahe der Grenze zu Syrien. US-Experten würden jetzt an den "menschlichen Überresten" der Opfer DNS-Tests vornehmen. Das Pentagon wollte sich dazu nach Angaben des Blattes nicht äußern.

Die bei der irakischen Stadt Ramadi (westlich von Bagdad) stationierte US-Luftwaffe und Bodentruppen hätten auf "verlässliche" Informationen reagiert, dass es sich um einen Konvoi mit Saddam handele. Vermutlich war die Flucht nach Syrien geplant. Offenbar hatten die Truppen ein Gespräch mit einem Satellitentelefon abgehört, an dem entweder Saddam oder einer seiner Söhne beteiligt war.

Die Militärkreise, auf die sich der "Observer" beruft, sind nach dem Bericht der Zeitung "vorsichtig optimistisch, dass sie endlich das Ziel getroffen hätten, das sie als den Top-Mann bezeichneten." Man gehe im Pentagon davon aus, dass die DNS-Tests ergeben würden, dass Saddam und mindestens einer seiner Söhne, Udai oder Kussei, unter den Toten seien. Es wurde jedoch betont, dass die Untersuchung noch nicht abgeschlossen sei.

Der Konvoi habe aus vier Luxusfahrzeugen mit Vierradantrieb bestanden. Vermutlich befand sich Saddams ältester Sohn Udai in Begleitung seines Vaters.



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