Irak Vergeltungsanschlag für Mordserie an Sunniten

Bei einem Anschlag auf eine schiitische Gebetsstätte in Bagdad sind mindestens 19 Menschen getötet worden. Zuvor hatten schiitische Rebellen ein Massaker an Sunniten verübt: Sie hatten in der Hauptstadt Straßensperren aufgebaut, gezielt nach Sunniten gesucht – und sie ermordet.


Bagdad - Bomben, Schüsse und wieder Bomben. Die Kette von Anschlägen im Irak scheint unendlich zu sein. Vergeltung für die Vergeltung für die Vergeltung für die ... Der irakische Präsident Dschalal Talabani rief am Abend alle Seiten zu Zurückhaltung auf. Mit den Gewalttaten solle der Irak in einen Bürgerkrieg gestürzt werden, erklärte er in Bagdad. Dies dürfe nicht zugelassen werden. Der Präsident rief alle Iraker zur Einheit auf.

Verletzter Mann: Von maskierten Milizionären angeschossen
AP

Verletzter Mann: Von maskierten Milizionären angeschossen

19 Tote, 59 Verletzte. Das ist die Bilanz der jüngsten Anschläge auf die beiden schiitischen Gebetsstätten in Bagdad. Im Abstand von fünf Minuten explodierten demnach im Stadtteil Kasra im Norden der irakischen Hauptstadt zwei Autobomben. Die Taten sollen aus Rache für das Massaker heute Vormittag an Sunniten nur wenige Kilometer entfernt verübt worden sein.

Dabei waren 42 Menschen in einem sunnitischen Stadtviertel getötet worden. Für die Tat wurden schiitische Milizen verantwortlich gemacht. Die Täter gingen besonders perfide vor: Sicherheitskräfte berichteten, maskierte Rebellen hätten eine Straßensperre in dem Viertel Dschihad errichtet. Dort stoppten sie Autos und zwangen die Insassen auszusteigen. Dann wurden die Opfer erschossen. Die falsche Straßensperre habe eine Stunde lang bestanden.

Augenzeugen zufolge haben Bewaffnete auch in dem Viertel gewütet und auf die Bewohner gefeuert.

Bei der blutigen Aktion handelte es sich offenbar um einen Vergeltungsschlag für einen Autobombenanschlag gestern auf eine schiitische Moschee.

Die Spannungen zwischen Schiiten und Sunniten im Irak haben sich in den vergangenen Monaten drastisch verschärft und das Land an den Rand eines Bürgerkriegs geführt. Iraks Ministerpräsident Nuri al-Maliki bemüht sich intensiv darum, die Spannungen zwischen den unter dem gestürzten Machthaber Saddam Hussein dominierenden Sunniten und der Bevölkerungsmehrheit der Schiiten abzubauen. Zugleich hat er erklärt, die Milizen im Land auflösen zu wollen, die nach Ansicht von Experten eine zunehmende Gefahr für seine Regierung der nationalen Einheit darstellen.

kaz/AP/Reuters



insgesamt 2395 Beiträge
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Peter Uhlemann 11.04.2005
1. Versuch
Tja, das Anmelden hat ja scheint's geklappt. Allerdings ist mir noch nicht ganz klar, wie ich hier Beiträge verfassen soll??
sysop 11.04.2005
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Theodor Körner, 11.04.2005
3.
---Zitat von sysop--- Die Wahlen werden als Erfolg für die Amerikaner und ebenso für das irakische Volk gewertet. Jetzt hoffen viele auf Aufbruchstimmung. Wird der Irak nach den Wahlen sicherer und friedlicher werden? ---Zitatende--- Da ist wohl sehr viel Wunschdenken dabei. Wie zum Beispiel soll die sunnitische Bevölkerungsgruppe politisch beteiligt werden, wenn gleichzeitig Polizei und Militär ausschließlich aus Kurden und Schiiten rekrutiert werden? Nach dem Geschehen in und um Falludscha sind die Gräben nur noch tiefer geworden. Demokratie läßt sich nun einmal nicht herbeibomben. Eine willfähriges Marionettenregime schon eher. TK
Laibach, 11.04.2005
4.
Das kann ich nur unterschreiben!
Karl Sulzer, 11.04.2005
5. Alles neu macht nicht der Mai
---Zitat von Peter Uhlemann--- Tja, das Anmelden hat ja scheint's geklappt. Allerdings ist mir noch nicht ganz klar, wie ich hier Beiträge verfassen soll?? ---Zitatende--- Mir geht es nicht viel anders. Aber ist geteiltes Jammern, gutes Jammern?
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