Irak Video bringt privaten Sicherheitsdienst in Bedrängnis

Die rund 25.000 Angehörigen privater Sicherheitsdienste, die im Auftrag der US-Regierung im Irak arbeiten, sind seit längerem umstritten. Jetzt ist im Internet ein brisantes Video aufgetaucht. Es soll zeigen, wie private Sicherheitsleute auf Autos von Zivilisten feuern.

Hamburg - Das Video sei auf einer Website gefunden worden, die von ehemaligen Angestellten der im Irak tätigen Sicherheitsfirma Aegis Spezialist Risk Management betrieben werde, berichtete die "Washington Post" am Freitag in ihrer Online-Ausgabe. Mittlerweile ist das Video zwar dort nicht mehr abrufbar, es wurde aber in den vergangenen Tagen von mehreren arabischen Fernsehstationen gesendet.

Laut der Zeitung sind auf dem Band vier verschiedene Szenen zu sehen. In der ersten Szene ist eine von Musik unterlegte Männerstimme zu hören, die sagt: "Diese beiden da halten nicht an". Gemeint sind offensichtlich zwei Männer in einer weißen Limousine, die sich der Kamera nähert. Dann ist Maschinengewehrfeuer zu hören, woraufhin der Fahrer der Limousine zunächst langsamer wird, dann aber Gas gibt und mit hoher Geschwindigkeit wegfährt. Erneut ist ein Maschinengewehr zu hören, dann nimmt ein Kleinbus - offensichtlich ein Wagen der Sicherheitsfirma - die Verfolgung auf.

In einer anderen Szene ist ein Mann zu sehen, der einen rauchenden Kanister zwischen fahrende Autos auf einer Straße wirft, um die Fahrer zum Anhalten zu zwingen. Als mehrere Wagen versuchen, dennoch weiterzufahren, ist auch hier Maschinengewehrfeuer zu hören. Daraufhin bricht ein rotes Auto, auf das offensichtlich geschossen wurde, aus der Fahrbahn aus.

Im letzten Abschnitt wird wieder die weiße Limousine aus der ersten Szene gezeigt - diesmal ist sie von Gewehrkugeln durchlöchert. Im Hintergrund ist ein Konvoi der US-Armee zu sehen, der auf einer Parallelstraße fährt. Ob es Verletzte gab, geht aus dem Band nicht hervor.

Laut der "Washington Post" kündigte die US-Armee bereits am Donnerstag eine Untersuchung zu dem Video an. Das Unternehmen Aegis mit Sitz in London hat von der US-Regierung einen Auftrag mit einem Volumen von 293 Millionen Dollar für Sicherheitsdienste im Irak erhalten. Laut eigenen Angaben leistet es wöchentlich in rund 100 Fällen Geleitschutz. Das Unternehmen werde nun eng mit der US-Armee kooperieren, um den Fall des Videos aufzuklären, hieß es in einer Erklärung.

Im Bemühen, die Zahl der US-Soldaten zu reduzieren, engagiert die US-Regierung immer mehr private Sicherheitsfirmen, deren Rechtsstatus und Operationen im Irak jedoch umstritten sind. Immer wieder gibt es Vorwürfe von irakischen Zivilisten, aber auch von amerikanischen Militärangehörigen, dass die privaten Sicherheitsleute zu rasch von der Schusswaffe Gebrauch machen, ohne vorher die Lage genau zu klären.

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