Irak Viele Tote bei Anschlag auf Bus

Bei Anschlägen und Angriffen sind heute im Irak nehr als dreißig Menschen getötet worden. Allein bei einem Anschlag auf eine Bushaltestelle starben mindestens elf Menschen. Die Opfer sollen einfache Arbeiter sein.


Bagdad - In der Stadt Chalis nördlich von Bagdad fuhr ein Bus kurz nach der Abfahrt auf eine Bombe. Elf Insassen starben, weitere elf  wurden verletzt. In dem Bus saßen mehr als 40 Arbeiter. Alle Getöteten arbeiteten auf dem Stützpunkt Aschraf der iranischen Oppositionsgruppe Mudschahedin Chalk. Chales liegt in der Provinz Dijala mit der Hauptstadt Baakuba, wo sich Anschläge und Angriffe seit Monaten häufen.

In Bagdad wurden bei einem Bombenanschlag im Schiiten-Viertel Asamijah sieben Menschen getötet und neun weitere verletzt. Die Bombe explodierte unter einem Kleinbus. Weitere Tote gab es bei weiteren Anschlägen und Angriffen ebenfalls in Bagdad und in den Städten Hilla, Beidschi und Samawa.

Kongressabgeordneter empört über Tötungen durch US-Soldaten

Unterdessen reißt in den USA die Empörung über die Tötung von irakischen Zivilisten durch US-Soldaten nicht ab: Die Tat habe den Zielen der USA in dem Golfstaat nach Ansicht eines einflussreichen Kongressabgeordneten noch mehr geschadet als die Vorgänge im berüchtigten Gefängnis Abu Ghureib. Es stehe außer Frage, dass das US-Militär versucht habe, die Tötung von bis zu 24 Zivilisten in der Stadt Haditha im vergangenen Jahr zu vertuschen, sagte der Demokrat John Murtha gestern dem Sender ABC News. "Ich werde Mord nicht entschuldigen. Und das ist es, was geschehen ist. Darüber gibt es für mich keinen Zweifel."

Die Geschehnisse erschwerten es den USA, ihre politischen Ziele im Irak durchzusetzen, sagte Murtha. "Jedes Mal, wenn so etwas geschieht, erleiden wir einen Rückschlag. Dies ist schlimmer als Abu Ghureib." Im Folter-Skandal in dem Gefängnis hatten die Fotos wehrloser Insassen, die mit Hunden bedroht wurden, weltweit Empörung ausgelöst.

Ein Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums hatte am Freitag erklärt, möglicherweise würden mehrere Marineinfanteristen wegen Mordes angeklagt. Ihnen wird vorgeworfen, unbewaffnete Zivilisten im November in Haditha absichtlich getötet zu haben. Dem Militär zufolge gab es 15 Opfer. Militärexperten sprachen dagegen von etwa 24 Toten.

lan/AP/Reuters/AFP

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.