Irak Vier Italiener und zwei Amerikaner gekidnappt

Im Irak sollen erneut Ausländer verschleppt worden sein. Augenzeugenberichten zufolge befinden sich vier Italiener und zwei US-Amerikaner in der Hand von Kidnappern. Die US-Zivilverwaltung machte umgehend klar: Mit Entführern wird nicht verhandelt.

Bagdad - Ein Beobachter der Nachrichtenagentur Reuters berichtete, er habe zwei der Geiseln in einer Moschee in einem Dorf im Bezirk Abu Ghraib gesehen, bei denen es sich um Italiener handeln soll. Einer der beiden sei an der Schulter verletzt. Beide Geiseln hätten geweint.

Der Reuters-Reporter berichtete, er sei von den mit Granatwerfern und automatischen Waffen ausgerüsteten Entführern zu der Moschee geführt worden. Er habe die Geiseln nur von weitem sehen dürfen, die Entführer hätten keine Filmaufnahmen erlaubt. In der Moschee sollen sich inzwischen alle Geiseln befinden.

US-Soldaten in einem Panzer nahe der Ortschaft al-Dhahab al-Abjad in einem Bezirk westlich von Bagad bestätigten, sie wüssten, dass einige Amerikaner verschleppt worden seien. "Deshalb riegeln wir die Straße ab", sagten sie.

Nach Angaben der Aufständischen wurden die beiden Amerikaner in einer separaten Aktion als Geiseln genommen. Die vier später verschleppten Italiener hätten in einem Geländewagen gesessen, in dem sich Waffen befunden hätten.

In der Gewalt Aufständischer befinden sich noch mindestens drei Japaner, zwei Palästinenser, ein Brite und ein Kanadier. Sieben Koreaner, die gestern im Irak gefangen genommen wurden, sind wieder auf freiem Fuß.

Die Aufständischen setzen die Geiseln ein, um die Regierungen zum Rückzug aus dem Irak zu zwingen. Die Kidnapper, die die drei japanischen Zivilisten in ihrer Gewalt haben, haben gedroht, die Geiseln bei lebendigem Leib zu verbrennen, falls Tokio seine Soldaten nicht aus dem Irak abziehe. Die japanische Regierung hat das abgelehnt.

Auch die USA lehnen Verhandlungen mit Entführern kategorisch ab. "Mit Gruppen, die Ausländer als Geiseln nehmen, verhandeln wir grundsätzlich nicht", sagte Sprecher Dan Senor vor der Presse in Bagdad. US-Militärsprecher Mark Kimmit sagte, am Mittag seien bei einem Angriff auf einen US-Konvoi mit Tanklastzügen in einem westlichen Vorort von Bagdad ein amerikanischer Soldat und ein Iraker getötet worden. Zwölf weitere Menschen seien bei dem Zwischenfall in dem Vorort Abu Ghoreib verletzt worden.

Ein ehemaliger britischer Soldat, der im Irak als Wachmann für ein US-Sicherheitsunternehmen arbeitete, ist nordwestlich von Bagdad erschossen worden. Wie der britische Fernsehsender BBC am Freitag berichtete, bewachte der 38-jährige amerikanische Elektriker. Die Gruppe sei plötzlich beschossen worden, wobei der Brite tödlich getroffen worden sei.

Mehr lesen über

Verwandte Artikel

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.