Irak Waffeninspektionen vor ungewisser Zukunft

Die Waffeninspektoren der Vereinten Nationen werden vorerst nicht in den Irak zurückkehren. Die Lage sei noch zu unsicher, sagte Chefinspektor Hans Blix. Nach Meinung der US-Regierung ist allerdings keineswegs klar, ob die Uno-Kontrolleure überhaupt jemals wieder im Irak arbeiten werden.

New York - Nach einer Sitzung des Weltsicherheitsrats in New York sagte der amerikanische Uno-Botschafter John Negroponte, die Alliierten hätten "die Verantwortung für die Abrüstung des Irak" übernommen. Die gleiche Losung wurde in Washington vom Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, ausgegeben.

Das aber könnte neuen Zwist mit Frankreich bedeuten. Paris schloss sich zwar nach wochenlangem teils erbittertem Disput überraschend dem amerikanischen Verlangen nach Aufhebung der Uno-Sanktionen gegen den Irak an. Allerdings besteht Frankreich nach Worten seines Uno-Botschafters Jean-Marc de la Sablière darauf, dass die Abrüstung des Irak gemeinsam von der Kriegskoalition, der für Bio- und Chemiewaffen zuständigen Uno-Kommission Unmovic und der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA durchgeführt wird.

Im Gegensatz zu Blix will der IAEA-Generaldirektor Mohammed al-Baradei seine Waffeninspektoren wieder in den Irak schicken. "Die IAEA sollte ihre Arbeit im Irak so schnell wie möglich wieder aufnehmen", sagte al-Baradei in Wien. Er erwarte die Anweisung des Weltsicherheitsrates über die Einzelheiten einer solchen Rückkehr. "Die IAEA bleibt die einzige Organisation mit der rechtlichen Befugnis, die nukleare Abrüstung des Irak zu überprüfen."

Die Waffeninspektoren der Vereinten Nationen verfügen laut Blix über die größte Glaubwürdigkeit bei der Suche nach Massenvernichtungswaffen im Irak. "Wir sind vielleicht nicht die Einzigen in der Welt, die Glaubwürdigkeit genießen, aber ich glaube, wir haben den Ruf, unabhängig und objektiv zu sein", sagte Blix am Dienstag in New York.

In einem Interview des britischen Senders BBC hatte Blix zuvor scharfe Kritik an den USA und Großbritannien geübt. Es scheine, so Blix, als ob die USA und Großbritannien fragwürdige Informationen, darunter auch Fälschungen, benutzt hätten, um zu beweisen, dass der Irak verbotene Massenvernichtungswaffen besitze.

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