IS-Hochburg befreit Zehntausende Menschen fliehen aus Falludscha

Bis zu 80.000 Menschen sollen aus der irakischen Stadt Falludscha geflohen sein - allein 20.000 in den vergangenen drei Tagen. Auch nach der Befreiung der ehemaligen IS-Hochburg durch Regierungstruppen gehen die Kämpfe weiter.

AFP

Den Hilfsorganisationen fehlt es an Geld, um die vielen Menschen zu versorgen: In der Region um die irakische Stadt Falludscha verschärft sich das Flüchtlingsdrama.

In den vergangenen Tagen seien rund 15.000 Menschen in einem Flüchtlingslager in der Nähe Falludschas eingetroffen, erklärte eine irakische Parlamentsabgeordnete aus der Provinz Al-Anbar. Die meisten von ihnen seien Frauen und Kinder.

Die Hilfsorganisation Norwegian Refugee Council (NRC) schätzt, dass seit Donnerstag bis zu 20.000 Zivilisten geflohen sind. Damit erhöhe sich die Gesamtzahl der Flüchtlinge aus Falludscha auf etwa 50.000 Menschen. Die Parlamentsabgeordnete geht sogar von mehr als 80.000 Flüchtlingen aus.

Falludscha ist ehemalige Hochburg der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Nach wochenlangen Kämpfen gelang es der irakischen Armee am Freitag, ins Zentrum der Stadt vorzurücken. Ministerpräsident Haidar al-Abadi erklärte Falludscha danach für befreit. Allerdings sind noch nicht alle Viertel unter Kontrolle der Armee.

Am Samstag gingen die Kämpfe in diesen Bereichen der Stadt weiter. Die Soldaten sicherten ein Krankenhaus aus Sorge darüber, die Dschihadisten würden die Patienten als menschliche Schutzschilde missbrauchen. Gleichzeitig versuchten die Regierungstruppen, vom IS zurückgelassene Minen und Sprengsätze aufzuspüren und zu entschärfen.

Der IS hatte Falludscha im Januar 2014 eingenommen und von dort seinen Vormarsch im Irak begonnen. Die Stadt rund 70 Kilometer westlich von Bagdad hat eine hohe strategische Bedeutung, da sie an einer wichtigen Verbindungsroute liegt.

Karte vom Irak

Karte vom Irak

vks/dpa/AP

insgesamt 52 Beiträge
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Seite 1
kumi-ori 18.06.2016
1.
Die Tatsache, dass Zehntausende vorübergehend fliehen müssen, ist sicher eine Herausforderung und in einigen Fällen vielleicht auch ein schweres Opfer. Aber es ist doch nichts im Vergleich zur Tatsache, dass die Menschen bald in eine Stadt zurückehren können, in der sie leben können, wie sie es möchten ohne andauernd schikaniert und mit dem Tod oder mit Versklavung bedroht zu werden. Aus vielen anderen befreiten Gebieten gibt es Berichte, dass Vertriebene bereits wieder in ihre Häuser zurückgekehrt sind und mit den Wiederaufbau-Arbeiten begonnen haben. Außerdem ist es erst jetzt durch das Vorrücken der irakischen Armee den Leuten überhaupt erst möglich geworden, aus Falludscha zu fliehen. Ein Sandsturm soll ihnen zusätzlich die Flucht erleichtert haben.
dashaarindersuppe 18.06.2016
2. Auf dem Foto sieht man nur Männer ,
sitzt da die geflohene IS ? oder sind das alles Männer die von der IS versklavt wurden ?
tailspin 18.06.2016
3. Das wird nicht gut enden
Villeicht sollte man das Ziel der Befreiung von Fallidscha noch mal hinterfragen, wenn das zu einem Massexodus bzw der Vernichtung der Lebensgrundlagen der dortigen Bevoelkerung fuehrt. Fuer den Fall, dass wir (der Westen) das wieder irgendwie die Finger drin haben. Im uebrigen sollte man auch aufhoeren, den russischen Baeren mit Saebelrasseln oder aehnlichem zu pricken, Es sei denn, man ist metal und physisch bereit, einem Krieg mit Russland und der eigenen Vernichtung entgegenzusehen. http://www.zerohedge.com/news/2016-06-18/tensions-between-usnato-russia-are-flaring-dangerously
Architectus 18.06.2016
4. So nebenbei....
Als die Russen mit den Syrern begannen Aleppo zu befreien gab es nur negative Meldungen dass jetzt noch mehr Menschen fliehen müssen und dass es viele zivile Opfer gibt. Bei Falludscha gabe es nie Opfermeldungen und jetzt wird gefeiert dass die Menschen fliehen können..... Eine gewisse Diskrepanz in der Beurteilung...... wenn es nicht der böse Russe war...
Bätschellor 18.06.2016
5. Dank an den Westen
Den Menschen im Irak geht es echt viel besser seit Lockheed Martin seine Produkte grosszügig im Irak verteilt hat. Grossartige Leistung. Die können wirklich nichts. Nichtmal ein paar Bettlaken mit Pickups können die besiegen. WK2 haben die Russen gemanaged, Vietnam eine Katastrophe, tausende Unschuldige, aber keine Militärs, in Japan pulverisiert, Irak, Afghanistan, Libyen, Syrien... Alles Murks. Produktion nach China ausgelagert. Flüge zur ISS müssen die bei den Russen buchen. Raketentriebwerke ebenso. Dollar nur noch Altpapier. Wer braucht die eigentlich noch?
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