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14. März 2005, 10:21 Uhr

Irak

Zivilisten von US-Soldaten erschossen

Die Gewaltspirale im Irak dreht sich weiter: In Kaim sollen drei irakische Zivilisten durch Schüsse amerikanischer Soldaten ums Leben gekommen sein. Zehn Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, als die Soldaten auf ein Wohngebiet feuerten. Die US-Geheimdienste rechnen mit Anschlägen irakischer Extremisten auf Kinos und Schulen in den USA.

Bagdad/Washington - Der Vorfall ereignete sich 500 Kilometer westlich von Bagdad in der Stadt Kaim. Wie Ärzte in einer Klinik der Stadt berichteten, wurden drei Menschen getötet, außerdem zehn Menschen, darunter fünf Kinder, zum Teil schwer verletzt. Die amerikanischen Soldaten hatten auf ein Wohngebiet gefeuert. Sie reagierten damit auf einen Angriff von Aufständischen, die das örtliche Zollgebäude, das als Stützpunkt des amerikanischen Militärs dient, mit Raketen beschossen hatten.

Die US-Geheimdienste rechnen einem Magazinbericht zufolge mit Anschlägen auf Kinos und Schulen in den USA durch den irakischen Ableger der Extremisten-Organisation al-Qaida. Wie das Magazin "Time" meldet, seien Warnungen über Anschläge auf sogenannte weiche Ziele in einem Bericht enthalten, der vergangene Woche in US-Sicherheitsdiensten kursierte.

Noch gebe es jedoch keine Beweise dafür, dass Mitglieder der Organisation des Muslim-Extremisten Abu Mussab al-Sarkawi in die Vereinigten Staaten gelangt seien. Sarkawi wird im Irak für zahlreiche Anschläge auf US-Soldaten und irakische Sicherheitskräfte verantwortlich gemacht.

Der Sicherheitsberater des US-Präsidialamtes, Stephen Hadley, wollte keine Stellungnahme zu der konkreten Anschlagwarnung abgeben. Im Sender CNN bezeichnete er jedoch Berichte über eine engere Zusammenarbeit zwischen Sarkawi und al-Qaida-Chef Osama Bin Laden als sehr glaubwürdig. Kinos, Restaurants und Schulen seien Ziele, mit denen al-Qaida sich traditionell befasse.

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