Irak Zwei US-Bürger und ein Brite entführt

Erneut haben Aufständische im Irak westliche Geiseln genommen. In Bagdad wurden zwei Amerikaner und ein Brite aus ihrem von einer hohen Mauer umgebenen Haus entführt. Die Täter sollen das Gebäude regelrecht gestürmt haben.


London - Die drei Männer seien gegen 6.00 Uhr aus ihrem Haus im wohlhabenden Bagdader Viertel Mansur verschleppt worden, sagte der Sprecher des irakischen Innenministeriums, Oberst Adnan Abderrahman, in Bagdad. Bei den Entführten handele es sich vermutlich um Zivilisten, hieß es weiter.

Sie waren offenbar für eine Privatfirma mit dem Namen "Gulf Services" tätig. Nachbarn sagten, dass es sich bei den Opfern wahrscheinlich um Ingenieure handle, die tagsüber zur Arbeit in den Bagdader Vorort Tadschi fuhren. Im Stadtviertel Al-Mansur im Zentrum der Hauptstadt wohnen viele ausländische Geschäftsleute.

Ein Polizeisprecher sagte, auf dem Grundstück, von dem die Männer offenbar entführt worden seien, fehle ein Auto. Die drei hätten sich zum Zeitpunkt des Überfalls vermutlich im Garten aufgehalten, Zeichen eines Kampfes gebe es nicht. Das Haus ist von einer hohen Mauer umgeben.

Nachbarn berichteten, im Morgengrauen seien zwei Autos vorgefahren. Später hätten sie bemerkt, dass das Eisentor offen stehe, das normalerweise geschlossen sei. Daraufhin hätten sie die Polizei gerufen.

Neben den drei heute Entführten befinden sich zurzeit mindestens vier weitere westliche Staatsbürger in der Hand irakischer Extremisten. Vergangene Woche waren zwei italienische Mitarbeiterinnen einer Hilfsorganisation von ihrem Arbeitsplatz in Bagdad verschleppt worden. Bereits Mitte August wurden zwei französische Journalisten entführt.



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