Irakische Gefangene US-Navy leitet Untersuchung wegen möglicher Misshandlungen ein

Im Internet aufgetauchte Fotos könnten bisher unbekannte Misshandlungen irakischer Häftlinge durch Mitglieder der US-Streitkräfte belegen. Auf den Bildern sind blutverschmierte Gefangene und Mitglieder einer amerikanischen Eliteeinheit zu sehen, die Navy hat eine Untersuchung eingeleitet.


Los Angeles - Die amerikanische Navy prüft nach Angaben eines Sprechers, ob Mitglieder des Elitekommandos Navy Seals an Misshandlungen von Gefangenen im Irak beteiligt waren. Ein Reporter der Nachrichtenagentur Associated Press war in einem kommerziellen Internet-Bildarchiv auf eine Reihe von Fotos gestoßen, die blutverschmierte Häftlinge zeigen. Nach AP-Angaben sind auf den Bildern maskierte und gefesselte Männer zu sehen. Mitglieder der Navy Seals hielten ihnen Waffen an die Schläfe, säßen auf ihnen oder stellten ihre Stiefel auf die Brustkörbe der Gefesselten.

Laut AP stammen die Fotos von einer Amerikanerin. Diese gab gegenüber der Agentur an, ihr Mann habe das Bildmaterial aus dem Irak mitgebracht. Die Echtheit der Bilder konnte nach Angaben von AP bisher noch nicht endgültig verifiziert werden.

Nach Angaben des Navy-Kommandanten Jeff Bender werden die Bilder zurzeit überprüft. Man untersuche, ob sich Mitglieder der Navy etwas hätten zu schulden kommen lassen. Nach Angaben Benders ist es angehörigen der Navy strikt untersagt, Fotos von Gefangenen zu machen. Auf einigen der Bilder seien Gesichter und Namensschilder klar zu erkennen.

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